— 384 —
tragen, das rid it et midi nidit nadi dem Sddagsdiatze, wie er
in Üesterreidi, sondern (abgesehen von den Transportkosten)
nur nadi dem Sdilagsdiatze, wie er in Dentsddand liezalilt
werden muss. Für den import wäre also, an sidi betraditet,
der inländisdie Sddagsdiatz gleidigiltig. Aber da ein bober
Sdilagsdiatz die Wirknng bat, (ioldzntlüsse abznlialten und
demzufolge fremdes Gold in ]\lünz- oder liarrenform dem Tm-
poi'tenr nidit zu Gebote steht, so muss er, wenn er im Aus
lande zahlen will, das erforderlidie (told aus dem Idünzum-
laufe des eigenen Landes nehmen. ]\iünzgobl ist aber im
internationalen Handel weniger wertb als Barrengidd, inso-
ferne nämlich, als durch die Abnützung während der (’ircu-
lation die. Münzstücke selten vollwichtig sind, und daher
787V2» ime.h der A\^ei'threlation von 1 zu 17’/¡j ausgeprägte
österreidiisdie Goldguhlen fast niemals ein volles IMünzpfund
Feingold wiegen werden. Der Abgang schwankt in der Regel
zwischen V4 und Vn l^ercent. Der lm])orteur wird also durch
die fehlerhafte IVIünzteclinik seines imndes schon von vorn
herein gezwungen, sich die Zahlmittel für das Ausland mit
einem Veituste von mindestens \\ Percent zu heschatfen. Der
Effect wird also sein, dass kraft derselben Massregel nicht hlos
der Exjiorteur schwerer verkaufen, sondern auch der Impor
teur schwerer kaufen kann. Und auch diese Differenz wird
zum grösseren Theile von dem betreffenden Lande getragen
werden, denn der deutsche Kx^auieur, der von seinen franzö
sischen und englischen Kunden Zahlung in Barrengohl erhält,
hat durchaus keinen (trund, dem österreichischen Kunden im
Preise A\"esentliches nachzulassen, weil dieser durch seine ver-
fcliHcn (besetze gehindert wird, Barren zu senden. Dass ganz
der nämliche Fehler auch in Deutschland gesetzlich besteht,
ändert an der Sache nichts, wo es sich um die ('Oncurrenz
der Engländer und Franzosen auf dem deutschen Idarkte
handelt.
Wie stellt sich nun unter der Einwirkung dieser dojijiel-
ten Behinderung der internationale Verkehr eines mit hohem
Schjagschatze behafteten Landes im Verhältnisse zu dem der
anderen Jjänder? Seine Zahlungsbilanz wird nicht besser und
nicht schlechter, denn der Erschwerung des Exports steht die
Erschwerung des Imports gegenüber. Sein Passiv- oder