Object: Theoretische Sozialökonomie

516 Kap. XVI. Einfluß der Konjunkturen auf die Produktionsmittel. 
Sechzehntes Kapitel. 
Einfluß der Konjunkturen auf die dauerhaften materiellen 
Produktionsmittel. 
8 69. Veränderungen in Menge und Effektivität 
der Produktionsmittel. 
Die Veränderungen der Produktion, die in den verschiedenen 
Konjunkturabschnitten zutage treten, Setzen eine wechselnde Ver- 
wendung nicht nur von Arbeit, sondern auch von materiellen Pro- 
duktionsmitteln voraus. Die gesteigerte Produktion in der Hoch- 
konjunktur ist nicht ohne eine gesteigerte Anwendung von materiellen 
Produktionsmitteln denkbar. Der erhöhte Bedarf der Hochkonjunkturen 
an materiellen Produktionsmitteln kann nun auf zwei Wegen gedeckt 
werden: 
1. Durch Herstellung von neuen Produktionsmitteln, wodurch der 
Gesamtvorrat von Produktionsmitteln gesteigert oder wenigstens die 
Effektivität derselben erhöht wird; 
2. durch bessere Ausnutzung der schon vorhandenen Produktions- 
mittel. 
Betrachten wir zuerst den ersten Weg. 
Diejenigen materiellen Produktionsmittel, die wir unter dem Be- 
griff „„bewegliches Kapital“ zusammengefaßt haben, können zunächst 
außer Betracht bleiben. Denn eine Steigerung der Produktion von 
beweglichem Kapital ist, wie wir wissen, als eine Begleiterscheinung 
jeder Erweiterung des volkswirtschaftlichen Produktionsprozesses zu 
betrachten. Wir können also unsere Untersuchungen zunächst auf die 
Vermehrung der dauerhaften materiellen Produktionsmittel, also des 
festen Kapitals, welches die gesteigerte Produktion der Hochkonjunktur 
voraussetzt, beschränken. 
Woher kommt dieses Mehr an dauerhaften Produktionsmitteln, das 
die Hochkonjunktur nötig hat? Die Produktion von festem Kapital 
wird, wie wir gesehen haben, immer fortgesetzt, in den Depressions- 
perioden zwar in langsamerem Tempo als in den Hochkonjunkturen, 
aber auch dann in sehr bedeutendem Umfang. Das Sinken der Roh- 
eisenerzeugung in den Depressionen beträgt einige Prozente, kann sich 
zwar in Ausnahmefällen auf einen bedeutenderen Teil (in den Vereinigten 
Staaten 1908 auf 38 %) steigern, läßt aber auch in schweren Depressionen 
die Roheisenerzeugung zum wesentlichen Teile fortbestehen. Was 
hier von der Roheisenerzeugung gilt, dürfte auch für die ganze Pro- 
duktion von festem Kapital Geltung haben. Der Bau neuer Eisen- 
bahnen wird, wie die Statistik zeigt, immer, wenn auch in wechselndem
	        
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