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Anhang.
den Einfällen und Raubzügen der Apachen und Comanchen, bis ihre
Internierung in Reservationen in den Vereinigten Staaten und gemein-
same, Verfolgung beider Regierungen die Indianer unschädlich machte
(1890).
Der Bergbau lieferte 1924: 1724 kg Gold, 552.087 kg Silber,
92,215.950 kg Blei und 2,226.597 kg Kupfer. 1910 besaßen 2883 Personen
den ganzen privaten Landbesitz, während 955% der ländlichen Familien
keinen Grund ihr eigen nennen konnten. Die Regierung verlieh 30 (von
den 65) Gemeinden Ejidos, Im Winter wird die Jagd auf wilde Enten und
Gänse wichtig.
Die Landwirtschaft leidet vielfach unter dem ungenügenden Regen-
fall; künstliche Bewässerung, zum Teil durch artesische Brunnen, ist nur
auf mäßigen Flächen möglich. Die Flußufergebiete und Stellen, wo sich
während der Regenzeit Wasser anzusammeln pflegt, sind fruchtbar. Unter
den Feldfrüchten spielt Weizen eine große Rolle (Erzeugung 1924:
31.441 t); Gerste, Mais, Kichererbsen, Baumwolle (1923: 368 t), spani-
scher Pfeffer, Zucker. Tabak und Weintrauben werden gleichfalls
angebaut. Der wichtigste Zweig der Landwirtschaft ist die Viehzucht.
An Rindern zählte man 1924: 120.230, an Pferden 6850, an Maultieren
4870, an Schweinen 28.037, an Schafen 10.650; an Ziegen 43.850.
Die Industrie weist eine Schmelzhütte in Chihuähua-Stadt auf, die
1924 988 kg Gold, 295.782 kg Silber, 47,552.059 kg Blei und 628.390 kg
Kupfer lieferte, außerdem eine Baumwollspinnerei und -weberei, eine
Brauerei und Mühle,
Mehrere Bahnen durchziehen den Staat, dessen Handel naturgemäß
hauptsächlich nach den Vereinigten Staaten gerichtet ist,
Der Handel in der Hauptstadt ist sehr rege. Die einst stille kleine
Grenzstadt Ciudad Juarez am Rio Grande (7000 Einwohner) ist seit
Trockenlegung der Vereinigten Staaten ein lautes Trinkernest geworden.
Der Staat Coahuila, vor 1788 Nueva Vizcaya genannt, 150.395 km?,
mit 394.341 Einwohnern (262 pro km”), litt ehedem viel unter den
Apachenhorden (endgültig beruhigt erst 1884). Neben ebenen Flächen
sind im Osten Ausläufer der Sierra Madre oriental von Bedeutung. Das
Klima ist entsprechend den sehr verschiedenen Höhenlagen von Ort zu
Ort oft stark verschieden, überall starke Unterschiede zwischen Sommer
und Winter aufweisend. In der Hauptstadt Saltillo (40.000 E.) in 25° 26’
n. Br., 1609m ü. M., ist die mittlere Jahrestemperatur 169° C (Juni 21:8,
Dezember 12‘4), dagegen in Progreso in 27° 25’ n. Br., 290m ü. M., 22:2
Juni 301, Dezember 13°2) oder in Pärras in 25° 30’ n. Br., 1520 m ü. M.,
18‘5°C (Juli 227, Dezember 12‘5). Der mittlere Regenfall beträgt in
Saltillo nur 341 mm (August 94:6, Januar 0°4), in Progreso 293 (Juli 722,
Februar 1°2), in Pärras 261 (Juli 672, Januar und Februar 0). Der größte
Teil des Staates entwässert zum Rio Grande, Im inneren südwestlichen
Becken enden der Aguanaval und der Rio Nazas in Endseen (Laguna