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T. Bienert, Hofmühle, Dresden-Plauen.
KÖNIG-FRIEDRICH-AUGUST-STIFTUNG. Die Förderung der wissenschaftlichen oder
künstlerischen Ausbildung besonders befähigter Kinder der Arbeitnehmer nach der Volks
schulentlassung stellt sich diese 1905 mit einem Kapital von 20000 M. gegründete Stiftung
zur Aufgabe.
FAMILIENUNTERSTÜTZUNGSKASSE. Die im Jahre 1912 mit einem Grundkapital
von 80 000 M. errichtete Familienunterstützungskasse dient mit ihren Erträgnissen der
Unterbringung von Familienmitgliedern der Angestellten in Krankenhäusern, Genesungs
und Erholungsheimen.
FREISTELLENSTIFTUNG AN DEN VOLKSHEILSTÄTTEN ALBERTSBERG UND
CAROLAGRÜN. Im Sinne der Volksgesundheitsbestrebungen wirken eine Anzahl weiterer
Schöpfungen, so insbesondere die Freistellenstiftung des Herrn Erwin Bienert an der Volks
heilstätte Albertsberg bei Auerbach i. V. (Stiftungsjahr 1897, Stiftungskapital 25 000 M.) für
das männliche Personal sowie an der Volksheilstätte Carolagrün für weibliches Personal.
Bei angehender Erkrankung der Atmungsorgane erhalten die Arbeiter, Männer und Frauen,
einen längeren kostenlosen Aufenthalt und freie Kur daselbst. Für den Fall, daß diese
Stiftungen von den Arbeitern nicht benutzt werden, stehen sie den Bewohnern der Vorstadt
Plauen zur Verfügung.
URLAUB. Unter die letzte Gruppe von Wohlfahrtseinrichtungen entfällt auch die
Gewährung von Urlaub alljährlich an Arbeiter und Beamte nach Maßgabe des Dienstalters.
STIFTUNG ZUR BESCHAFFUNG GESUNDER ARBEITERWOHNUNGEN. Auf dem
Gebiete des Wohnungswesens ist die 1901 mit einem Kapital von 100000 M. ins Leben
getretene Stiftung zur Beschaffung gesunder Arbeiterwohnungen zu erwähnen. Sie hat
den Zweck, aus den Zinsen des Kapitals den Arbeitern eine Beihilfe zur Erbauung ge
sunder, zweckmäßiger Wohnungen zu gewähren. Da auf Wunsch des Personals vom
Bau eigener Arbeiterwohnhäuser abgesehen wurde, werden die Stiftungserträgnisse als
Zuschuß zur Wohnungs- und Dienstalterszulage verwendet, die alljährlich zu Weihnachten
zur Auszahlung kommt.
FABRIKKÜCHE. Einen wertvollen Beitrag zur Frage der Volksernährung bildet
die Einrichtung der Fabrikküche, die den Arbeitern für wenig Geld eine kräftige Mahl
zeit — Frühstück, Mittagessen und Vesper — darbieten soll. Im Jahre 1911 gelangten
in dieser Weise 23 946 Speisemarken zu 25 Pf., 114 245 Kaffeemarken zu 2%, 7% und
15 Pf. mit Brötchen, 48 613 Biermarken zu 5 Pf., 24 200 Milchmarken zu 8 Pf., ferner
21 427 Brötchen und 8056 Suppen zur Verausgabung. Die Jahresrechnung schloß mit
einem Fehlbeträge von 4264,68 M. ab, der von den Inhabern der Firma gedeckt wird.
BÄDER. Zur körperlichen Erfrischung des Personals stehen 7 Bäder (Wannen-
und Brausebäder) bereit, die sich einer lebhaften Benutzung erfreuen.
BEAMTEN-PENSIONSKASSE. Stellen die genannten Stiftungen in erster Linie Ver
günstigungen der Arbeiterschaft der Hofmühle dar, so werden die Beamten in der T900 ge
schaffenen Beamten-Pensionskasse besonders bedacht. Sie gewährt Unterstützungen an alt
oder arbeitsunfähig gewordene Beamte sowie an deren hinterlassene Witwen und Waisen.
Das Stiftungskapital beträgt zurzeit 359 644,77 M. Nachdem die Angestelltenversicherung in
Kraft getreten ist, soll die Kasse nur dazu dienen, die Bezüge der Angestelltenversicherung der
artig zu erhöhen, daß die Beamten möglichst auf die Beträge der Staatsdienerpension kommen.
ERHOLUNGSHEIME. Die Segnungen der neuerdings ins Leben gerufenen Erholungs
stätten der ,,Deutschen Gesellschaft für Kaufmannserholungsheime E. V.“ in Wiesbaden,
Misdroy, Bad Salzhausen und Trauenstein kommen durch eine besondere Stiftung den
kaufmännischen Angestellten der Firma, der jährlich 50 kostenfreie Verpflegungstage zu
stehen, zugute. Sollte genannte Einrichtung bei den Beamten Anklang finden, wäre die
Firma gern bereit, den vorläufigen Stiftungsbetrag von 5000 M. entsprechend zu erhöhen.
UNTERHALTUNGSABENDE. Die hohe Wertung guten Einvernehmens zwischen
der Leitung und den Angestellten und die Förderung ihrer persönlichen Tüchtigkeit geht aus