Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Deutscher  Gastwirts-Verband  (E.  V.)
Berlin.

Vor  nunmehr  40  Jahren  haben  sich  die  Deutschen  Gastwirte  zu  einem  Verband  zusammengetan ­
  und  mit  800  Mitgliedern,  die  auf  ca.  60  000  angewachsen  sind,  seiner  Zeit
ihre  Tätigkeit  aufgenommen,  die  darin  gipfelte,  alle  deutschen  Gastwirte  zu  vereinigen,
um  seine  Mitglieder,  ihre  Angehörigen  und  die  im  Gast-  und  Schankwirtsgewerbe  tätigen
Personen  in  jeder  Beziehung  zu  schützen  und  zu  fördern,  insbesondere  ihre  materielle  und
geistige  Lage  zu  heben  und  die  Eintracht  sowie  das  Gefühl  der  Zusammengehörigkeit  unter
den  Mitgliedern  zu  festigen.
Die  Förderung  der  materiellen  Lage  ist  in  den  folgenden  Unterstützungskassen  nachgewiesen, ­
  während  die  weiteren  Bestrebungen  gerichtet  sind  auf  die  Behandlung  aller  gemeinnützigen, ­
  fachwirtschaftlichen  und  wissenschaftlichen  Fragen,  Stellungnahme  zu  den
für  den  Gewerbestand  betreffenden  Fragen  und  Gewährung  von  Rechtsschutz  nach  Maßgabe ­
  der  ergehenden  Bestimmungen,  während  jede  parteipolitische  Tätigkeit  und  religiöse
Bestrebungen  ausgeschlossen  sind.
THEODOR-MÜLLER-STIFTUNG.  Schon  nach  Vollendung  des  ersten  Jahrzehntes
wurde  auf  dem  10.  Deutschen  Gastwirtstage  zu  Berlin  1883  zu  Ehren  des  Präsidenten
eine  Stifung  unter  dem  Namen  Theodor-Müller-Stiftung  ins  Leben  gerufen  mit  der  Zweckbestimmung, ­
  Personen,  welche  10  Jahre  ununterbrochen  bei  einem  Verbandsmitgliede
tätig  gewesen  sind  und  für  Treue  und  Fleiß  nach  einer  3  jährigen  Dienstzeit  prämiiert,  nach
einer  6jährigen  mit  einer  silbernen  Auszeichnung  bedacht  wurden  und  nach  weiteren
4  Jahren  ein  Diplom  erhielten,  welches  ihnen  ein  Anrecht  gewährleistet,  bei  eintretender
Notlage  Unterstützungen  aus  dieser  Stiftung  zu  gewähren.  Nach  25jähriger  Dienstzeit
verleiht  der  Verband  eine  goldene  Medaille.
Mit  2372,20  M.  hat  diese  Wohlfahrtseinrichtung  begonnen  und  verfügt  gegenwärtig
über  145  000  M.  Verwaltungskosten  entstehen  nicht.  In  den  letzten  Jahren  wurden  je
über  4500  M.  Unterstützungen  gezahlt.  Der  Fonds  wächst  durch  freiwillige  Beiträge  der
Verbandsvereine  und  durch  Zuwendungen  edel  denkender  Mitglieder  fortwährend  weiter.
Über  27  600  Treudienende  konnten  Auszeichnungen  erhalten,  und  zwar  erhielten
21  084  Treudienende  Auszeichnungen  für  3  jährige  Dienstzeit,  4876  für  6  jährige  und  1649
für  10  jährige.  59  Personen  konnten  sogar  für  25jährige  treue  Dienstleistungen  geehrt  werden.
UNTERSTÜTZUNGSKASSE  FÜR  WITWEN  UND  WAISEN.  Nach  weiteren  12  Jahren
(1895)  gründete  der  Verband  eine  Unterstützungskasse  für  Witwen  und  Waisen  verstorbener ­
  Verbandsmitglieder.  Diese  Kasse  verfügt  über  ein  Vermögen  von  162  000  M.  und  zahlt
jährlich  4—5000  M.  an  Unterstützungen  aus;  auch  dieser  Vermögensbestand  wächst  beständig ­
  weiter.
            
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