14 Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege.
2225000 M. angewachsen, das des Arbeiter-Unterstützungsfonds auf x 150000 M. — Bei
der Württembergischen Metallwarenfabrik, Geislingen sind die freiwilligen Zuwen
dungen der Firma zu der Pensions- und Unterstützungskasse, zu denen die Angestellten
und Arbeiter keine Beiträge zu leisten haben, ausdrücklich als widerruflich bezeichnet,
,,im Hinblick auf die Möglichkeit des Eintretens außerordentlicher Umstände“. Der Beamten-
Unterstützungsfonds hatte am 1. Januar 1912 eine Höhe von 1513 907 M., der Arbeiter-
Unterstützungsfonds eine solche von 1468331 M. erreicht. Aus ersterem wurden 1911 an
Pensionen 39914 M., aus letzterem 1911 an fortlaufenden Unterstützungen 42639 M. und
an einmaligen Unterstützungen 7308 M. gezahlt. Gesetzliche Invaliden- und Altersrenten
werden nicht angerechnet. — Das im speziellen Teil abgedruckte Statut der Unterstützungs
kasse der Firma Joh. Gottl. Hauswaldt, Magdeburg-Neustadt macht einen muster
gültigen Eindruck.
Als einige hauptsächlichste Verwendungsarten der Firmenzuschüsse für die
Pensions- und Unterstützungskassen kommen folgende zur Geltung: Unterstützungen an
Arbeiter in besonderen Fällen, Unterstützungen an Angehörige und Hinterlassene, Ersatz
an Krankengeld für die vorgeschriebene Karenzzeit der gesetzlichen Krankenversicherung,
Krankengeldzuschuß (bis zu 100% der gesetzlichen Leistungen und bis zu 52 Wochen),
Pensionen und Pensionserhöhungen an Angestellte und Arbeiter (so gewährt beispielsweise
die Beamtenpensionskasse der Bayrischen Hypotheken- und Wechselbank in
München den Mitgliedern ihrer Pensionskasse, die 2—3% ihres Gehalts an die Kasse
zahlen, als Gegenleistung höhere Pensionen, als solche den Staatsbeamten zustehen),
Lohnauszahlungen bei militärischen Übungen, bei Urlaubsbewilligungen und für Feiertage,
Beiträge zur Krankenpflege, Wöchnerinnen- und Hauspflege, Heil- und Erholungspflege
(so z. B. wendet die Hamburg-Amerika-Linie für ihre Schiffsmannschaft jährlich
für Heilbehandlung 300 000 M. auf), Abgangsvergütungen beim Ausscheiden aus den
Kassen (z. B. bei der Kruppschen Werkspensionskasse, bei den Zeißwerken in Jena,
bei der Arbeitervereins - Pensionskasse des Eisenwerks Nürnberg A.-G. usw.), Unter
stützung an Arbeiter mit erhöhter Kinderzahl (Familienzulagen), Ruhegehälter an nicht
versicherungspflichtige Angestellte und Arbeiter (seitens 131 Gemeindeverwaltungen wird
den Arbeitern der gemeindlichen Betriebswerke Ruhegehalt gezahlt, die Große Berliner
Straßenbahn zahlt aus ihrer Ruhegehaltskasse, zu der die 11 500 Angestellten und Arbeiter
4 % und die Direktion gleichfalls 4 % der Gehälter und Löhne zahlt, neben der Reichs
invalidenpension Ruhegehälter bis zu drei Viertel des Gehalts; besonders günstige Pensions-
Auszahlungen leistet auch der Invalidenfonds der Firma W. Spindler in Spindlersfeld,
der Ende 1912 eine Höhe von 1451216 M. erreicht hatte), Zahlung von Wohnungsmieten
und Steuern der Arbeiter (z. B. bei den Gerresheimer Glaswerken, A.-G. werden für
alle im Hauptwerk beschäftigten Arbeiter die Mieten und Steuern bezahlt, diejenigen der
Zweigwerke erhalten Entschädigungen), Zahlung der gesamten Beiträge für die staat
lichen Versicherungseinrichtungen (z. B. die Deutsche Bank für ihre versicherungs
pflichtigen Angestellten, welcher Betrag sich 1912 auf 226350 M. belief; Schimmel & Co. in
Miltitz, auch die Beiträge zur Angestelltenversicherung; die Straßenbahn Hannover),
ferner haben günstig wirkende Beamten-Pensionskassen: die Bank für Handel und
Industrie, Berlin-Darmstadt, die Pfälzische Hypothekenbank und die Pfälzi
sche Bank, beide in Ludwigshafen, die Preußische National - Versicherungs
gesellschaft in Stettin, Wilhelma, Allg. Versicherungs-A.-G. in Magdeburg,
die Deutsche Lebensversicherungsgesellschaft in Lübeck, die Bayerische
Versicherungsbank, A.-G. in München, die „Arminia“, Deutsche Lebensver
sicherungsbank, A.-G., in München, das Kaufhaus N. Israel in Berlin, die
Schultheißbrauerei, Berlin in ihrer Richard Roesicke - Beamtenpensionskasse, die
Brauerei zum Spaten von Gabriel Sedlmayr, München (ihr „Statut für Bedien
stete“ hatte bis 1. Januar 1913 an Rentenzuschüssen 430000 M. ausgezahlt), die Firma