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Hoffmann’s Stärkefabriken, Akt.-Ges.
Salzuflen.
HOFFMANN’S-STIFT. Das Hoffmann-Stift, ein Krankenhaus mit 50 Betten, wurde
am 29. September 1900, anläßlich des 50 jährigen Bestehens der Hoffmannschen Stärke
fabriken, von der Firma ihren Angestellten und Arbeitern zur Benutzung übergeben. Es
hat ausgedehnte luftige Krankensäle mit Balkons, eine Isolierstation für Infektionskranke,
einen modern ausgestatteten Operationssaal, Röntgenapparate, sowie Einrichtungen für
Elektrische und Heißluftbäder, und liegt in einem ca. 6 ha großem Parke. Außer Kranken
werden auch Rekonvaleszenten und schwächliche Arbeiter aufgenommen. Für tuberkulöse
und blutarme Arbeiter ist ein Mittagsfreitisch eingerichtet, der im verflossenen Jahre
täglich durchschnittlich von 18 Personen benutzt wurde.
Die Leitung ist einem Arzt unterstellt, der von Schwestern des Bremer „Roten Kreuzes“
unterstützt wird.
HOFFMANN’S PENSIONS- UND UNTERSTÜTZUNGSKASSE. Die Kasse wurde 1879
gegründet. Am 10. Februar 1880 erfolgte ihre behördliche Genehmigung.
Seit dem 31. Oktober 1899 sind der Kasse die Rechte einer juristischen Person ver
liehen.
Zweck. Sie hat den Zweck ihren Mitgliedern bei eintretender Invalidität und im
Todesfälle deren Hinterbliebenen Renten zu gewähren. Auch können Mitglieder in außer
ordentlichen Notfällen Geldunterstützungen erhalten.
Die Verwaltung geschieht durch einen von der Generalversammlung, ohne Mitwirkung
der Firma, gewählten Vorstand, bestehend aus 6 Beamten und 6 Arbeitern.
Gegen die Beschlüsse des Vorstandes kann Berufung eingelegt werden, bei einem
in gleicher Weise zusammengesetzten und gewählten Ausschuß.
Der Ausschuß hat gleichzeitig die Aufgabe, die Geschäftsführung des Vorstandes zu
kontrollieren.
Am 31. Dezember 1912 zählte die Kasse 1020 Mitglieder.
Beiträge und Leistungen. Im ersten Geschäftsjahre betrugen die Mitglieder
beiträge rund 6400 M. Die Zuwendung der Firma 10 000 M. Nach 2 jährigem Bestehen
1882 bezogen 3 Invaliden und 6 Witwen 700 M. Pension bzw. Witwengelder. Im Jahre
1905 nach 25 jährigem Bestehen der Kasse betrugen die Mitgliederbeiträge 28 200 M.,
die Beiträge und Zuwendungen der Firma 51 700 M. An Pensionen wurden an 116 Inva
liden 36 400 M., an 196 Witwen 24 000 M. gezahlt. Der Vermögensbestand war auf
452 250 M. angewachsen. Im Jahre 1912 bezogen 147 Invaliden 54 174 M. und 148 Witwen
und Waisen 26 759 M. An Mitgliederbeiträgen wurden 42 157 M. gezahlt. Die Firma
leistete an Beiträgen und Zuwendungen 53 910 M. Die Gesamtleistungen der Kasse seit
ihrem Bestehen beziffern sich: