Full text: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Ilse, Bergbau-Act.-Ges., Grube Ilse. 
Fig. 7. Häusergruppe in Kolonie Marga. 
Villenstadt, deren schmucke Häuser eine mannigfaltige Abwechslung der Fassaden und 
zahlreiche im Charakter der Straßenführung begründete reizvolle Eigentümlichkeiten zeigen. 
Neben architektonischer Schönheit ist besonderer Wert auf die Erfüllung aller hygienischen 
Vorschriften gelegt worden. Den Mittelpunkt der Anlage bildet der Marktplatz, um den 
herum sich die öffentlichen Gebäude, Kirche und Schule, Post, sowie Kaufhaus, Gasthaus, 
Bäckerei und Fleischerei, gruppieren. Innerhalb der einzelnen, von vier Straßenseiten 
eingeschlossenen, aber ringsum von Gärten umgebenen Baublocks liegen Wäschetrocken 
plätze und Kinderspielplätze. Die einzelnen Wohnungen gehen durch das ganze Gebäude 
hindurch und haben infolgedessen zwei, in manchen Fällen auch drei Fronten, was eine 
gute Durchlüftung und Besonnung ermöglicht. Zu jeder Wohnung gehört ein hinter dem 
Hause errichtetes Stallgebäude mit darüberliegendem Futterboden und zu jeder Gruppe von 
Wohnungen eine Waschküche. Fig. 9 zeigt uns einen Blick in eine behagliche Wohnküche. 
Die Versorgung der Kolonie mit Wasser 
erfolgt durch eine Hochdruckleitung, die 
Abwässer werden durch Schwemmkanali 
sation beseitigt. Die öffentlichen Gebäude 
und die Häuser der Wohlfahrtsgesellschaft 
werden durch eine von der Brikettfabrik her 
kommende Ferndampfheizung erwärmt. Der 
Abdampf der Turbinen der elektrischen Zen 
trale wird mit 2 Atmosphären Druck durch 
eine in Zementrohre verlegte Leitung den 
Abnehmern zugeführt und vor seiner Ver 
wendung mittels Reduzierventil auf 0,1 At 
mosphäre herabgemindert. Das Kondens- 
wasser wird in die Kesselanlage zurückgeführt. 
Fig. 8. Schulhaus in Marga.
	        
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