Full text: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Neckarsulmer Fahrzeugwerke A.-G., Neckarsulm. 
Von dieser Summe wird als Abtragung auf das Haus verwendet: 
i % aus der jährlichen Verzinsung aus 5000 M. = 50 M. 
freiwilliger Beitrag der Fahrzeugwerke 1 % aus 5000 M. = 50 ,, 
wöchentliche Abzahlung von 1 M. = 52 ,, 
152 M. 
125 „ 
45 „ 
170 M., 
so daß als jährlicher Mietbetrag eine Summe von 
resultiert. Rechnet man dazu 4%% aus 1000 M. Anzahlung 
so ist also der jährliche Gesamtaufwand an Miete 
während nach 33 Jahren das Haus vollständig abbezahlt ist. 
Berücksichtigt man, daß die Miete für eine derartige Wohnung in Neckarsulm in einer 
nicht bevorzugten Lage mindestens 280 M., also uo M. mehr kostet, daß man dabei noch 
seinen etwa 300 qm großen Garten zum Bebauen des Küchenbedarfes zur Verfügung hat, 
daß man auf seiner eigenen Scholle und in seinem eigenen Heim unbekümmert von den 
Unannehmlichkeiten der Mietskasernen sich befindet, daß man 
abgeschlossen von seinen Nachbarn und nach allen Seiten um- 
jf" geben von gesunder Luft und dem Grün der Gärten in Ruhe 
und Ungestörtheit leben kann, so wird man den Wert eines sol 
chen Unternehmens 
schätzen. 
Von den Arbeitern 
der Fahrzeugwerke 
wohnen etwa 800 in 
50 Ortschaften zer 
streut außerhalb Nek- 
karsulms und zwar 
bis zu 30 km Entfer 
nung, so daß manche 
3—4 Stunden täglich 
auf dem Weg und auf 
der Eisenbahn zu 
bringen müssen. Was 
es für die Gesundheit 
und Leistungsfähig 
keit des Arbeiters be- 
Arbeitersiedlung der Fahrzeug 
werke Neckarsulm.Lageplan. 
M- I 1 H-h 
Arbeitersiedlung der Fahrzeugwerke Neckarsulm. 
Grundriß zu einem Einfamilienhaus. 
deutet, diese unproduktive Mühe von sich abzuwälzen und die allerdings manchmal aus 
berechtigten familiären, häufig aber auch aus nebensächlichen Gründen weit abgelegene 
Wohnung mit einer nähergelegenen nur einige Minuten von der Arbeitsstätte entfernten, 
wahrscheinlich gesünderen und auf die ins Werk gesetzte Art billigeren Heimstätte zu ver 
tauschen, wird jedermann klar sein. 
Mit diesem für den Arbeiter in sozialer wie in finanzieller Hinsicht ebenso bedeutsamen 
Unternehmen erhofft daher die Direktion eine Besserung der Qualitätsarbeit durch Wegfall 
der weiten Wege und bei Betriebserweiterungen eine Erleichterung in dem Heranziehen 
neuer Arbeitskräfte. 
Diese Eigenheim-Kolonie ist an der Bahnlinie Neckarsulm—Kochendorf auf erhöhtem 
freien Felde wenige Minuten von der Fabrik in der Nähe eines Waldes gelegen, mit schöner 
Aussicht auf das Neckartal und die nahegelegenen Weinberge. 
Ein Situationsplan zeigt die vorgesehene Bebauung dieses Eigenheim-Viertels, ein wei 
terer Plan den Aufriß der Einfamilienhäuser, sowie die Gesamtansicht. 
KANTINE. Die Kantine der Werke ist eine der ältesten Wohlfahrtseinrichtungen der 
Firma und geräumig genug, um den vielen auswärts wohnenden Arbeitern eine gute
	        
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