Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Sächsische  Gußstahlfabrik  in  Döhlen  b.  Dresden.  297*

GRAHL-STIFTUNG,  von  dem  langjährigen  früheren  Generaldirektor  Richard  Grahl
1893  mit  5000  M.  begründet  und  gegenwärtig  auf  6000  M.  angewachsen,  kommt  alljährlich ­
  bedürftigen  Witwen  von  Werksarbeitern  zugute.
KRONPRINZ-GEORG-STIFTUNG,  zu  welcher  der  Vorsitzende  des  Aufsichtsrates,
Herr  Kommerzienrat  Konsul  Täubrich  in  Dresden,  anläßlich  des  Besuches  Sr.  Majestät
des  Königs  Friedrich  August  von  Sachsen  am  9.  März  1905  durch  Überweisung  von  10  000  M.
den  Grundstock  legte.  Die  Zinsen  der  Stiftung,  deren  Vermögen  zurzeit  30  000  M.  beträgt,
dienen  dazu,  bedürftige  Kinder  der  Beamten  und  Arbeiter  in  Sommerfrischen  unterzubringen. ­
  Im  Jahre  1912  konnten  36  Kinder  auf  die  Dauer  von  3  Wochen  in  gesund  gelegenen ­
  Gegenden  untergebracht  werden,  während  40  weitere  Kinder  an  einer  Milchpflege
in  der  Heimat  teilnahmen.
KÖNIG-FRIEDRICH-AUGUST-STIFTUNG,  die  aus  dem  eben  erwähnten  Anlasse
vom  Werke  selbst  ins  Leben  gerufen  wurde.  Die  Zinsen  dieser  jetzt  mehr  als  30  000  M.
betragenden  Stiftung  finden  zur  Unterstützung  unverschuldet  in  Not  geratener  Beamter
und  Arbeiter  der  Fabrik  Verwendung.
BEAMTENPENSIONSKASSE,  im  Jahre  1897  begründet,  verfügt  zurzeit  über  ein  Vermögen ­
  von  rund  570  000  M.  Auch  dieser  Kasse  werden  aus  dem  jährlichen  Geschäftsgewinn ­
  namhafte  Beträge  zugeführt,  in  den  letzten  beiden  Jahren  1911  und  1912  je  40000  M.
Sämtliche  Stiftungskapitalien,  sowie  der  größte  Teil  des  Vermögens  der  Beamtenpensionskasse ­
  sind  im  Geschäfte  angelegt  und  werden  von  der  Firma  mit  5  %  verzinst.
Für  Wohlfahrtszwecke  wurden  im  letzten  Geschäftsjahre  1911/12  außer  den  verbrauchten ­
  Zinsen  obiger  Stiftungskapitalien  folgende  Beträge  verausgabt:
29  204  M.  für  die  Krankenversicherung
16  664  ,,  ,,  Alters-  und  Invalidenversicherung
34  281  ,,  ,,  Unfallversicherung
24  587  ,,  ,,  Arbeiterpensionskassen
außerdem  wurden  aus  dem  Geschäftsgewinn  zugewendet:
40  000  M.  der  Beamtenpensionskasse
50  000  ,,  ,,  Arbeiterpensionskasse
in  Summa:  194  736  M.
Von  diesem  Betrage  entfallen  80  149  M.  auf  die  gesetzliche  Zwangsversicherung  und
114587M.  auf  freiwillige  Zuwendungen.
In  der  gleichen  Zeit  wurden  seitens  des  Werkes  noch  rund  6500  M.  aufgewendet  für
sonstige  gemeinnützige  und  der  allgemeinen  Wohlfahrt  dienende  Zwecke,  wie  für  Gemeindediakonien,
  für  ein  Freibett  im  ,,Krug-von-Nidda-Haus“,  für  Walderholungsstätten,  nationale
Jugendpflege,  hauswirtschaftlichen  Unterricht,  Jugendbund,  Kinderbewahranstalten  u.  a.
KANTINE.  Unter  den  zum  Besten  der  Arbeiter  geschaffenen  Wohlfahrtseinrichtungen
der  Sächsischen  Gußstahlfabrik  ist  außer  einem  Zellen-  und  Brausebad  auch  die  aus  Werksmitteln ­
  gegründete  Kantine  zu  nennen,  die  zu  billigen  Preisen  Getränke  und  Lebensmittel,
sowie  kräftiges  Mittagsessen  verabreicht.  Der  hier  erzielte  Reingewinn  fließt  ausschließlich ­
  den  für  die  Arbeiterschaft  errichteten  Kassen  zu.
ERHOLUNGSURLAUB.  Des  ferneren  wäre  noch  zu  bemerken,  daß  unser  Werk
einen  Erholungsurlaub  für  die  Arbeiterschaft  vorgesehen  hat  in  folgender  Form:  Alle  Leute,
die  das  24.  Lebensjahr  erreicht  haben,  erhalten  Urlaub,  und  zwar:

1.  bei  einem  Dienstalter  von

über

3  bis  mit

8  Jahren  3

Tage

2.  >>  )>

ff

8  »  >>

20  ,,  4

ff

3*  »»  >>  >>  >)
Jeder  Urlaubstag  wird  dabei  mit  maximal

ff
4  M.

vergütet.

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ff
            
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