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E. Schwenk, Zement- und Steinwerke,
Ulm a. D.
ARBEITERKANTINE. Die Firma unterhält in ihren Werken je eine Arbeiterkantine,
so in ihren drei Zementwerken Allmendingen, Mergelstetten und Blaubeuren,
in ihrem Zementsteinwerk in Ulm a. D., in ihrem Terrazzo- und Schotterwerk (verbunden
mit Elektrizitätswerk) in Herrlingen, in ihren Ziegeleien in Söflingen, Herbrech
tingen und Erbach, sowie in ihren Bayer. Marmorwerken Bad Aibling, Marxgrün
und Tegernsee. Durchweg ist in diesen Kantinen großer Wert darauf gelegt, daß den
Arbeitern gute und gesunde Aufenthaltsräume zur Verfügung stehen, ohne irgendwelchen
Eß- und Trinkzwang, und daß gute Speisen und Getränke zu billigsten Preisen verabreicht
werden. Die Kantinen werden vollständig auf Kosten der Firma unterhalten, während
ein allenfallsiger Überschuß aus deren Betrieb in die Ar beiter unterstützungs kasse
fließt.
In der warmen Jahreszeit werden in den Zementwerken und Steinbrüchen alkohol
freie Getränke, z. B. Tee, Malzkaffee oder Zusatz zum Trinkwasser, unentgeltlich an
die Arbeiter abgegeben.
Daß besondere Sorgfalt und beträchtliche Kosten auf Einrichtungen zum Schutze
gegen Gefahren der Betriebe an Leib und Leben, in erster Linie auch gegen die Staub
gefahr, verwendet werden, soll hier nicht im einzelnen aufgeführt werden. Außer den
eigentlichen Betriebseinrichtungen hierfür bestehen in den Werken namentlich auch
BADEEINRICHTUNGEN (Bassin- und Brausebäder, kalt und warm) oder mindestens
geeignete Waschvorrichtungen. Die Bäder sind unentgeltlich.
Einen Hauptwert legt die Firma E. Schwenk bei ihren Wohlfahrtseinrichtungen auf
Beschaffung guter Wohnungen sowohl für Beamte, wie insbesondere für ihre Arbeiter.
Fast bei allen ihren Werken hat sie mit der Zeit einen größeren oder kleineren Komplex von
ARBEITERWOHNHÄUSERN erstellt. So bestehen z. B. in Allmendingen Beamten
wohnungen für 9 Familien (Wohnung samt Garten und Kartoffelland sowie Holz und
Licht frei), Arbeiterwohnungen für 40 Familien („Schwenkweiler“), wozu je Garten-
und Kartoffelland gehört und wofür eine Miete pro Zahltagsperiode (14 tägig) von 3 4 M.
bezahlt wird; ähnlich hat die Firma in Mergelstetten 2 Wohnungen für Beamte, 4 für
Meister und Aufseher und 26 für Arbeiterfamilien, je mit Gemüsegarten, vergeben; in
Herrlingen ist x Einfamilienhaus für den Betriebsleiter und 1 Verwaltungsgebäude mit
4 Aufseherwohnungen; in Blaubeuren 1 Haus mit 3 Familienwohnungen; bei den Bayer.
Marmorwerken in Bad Aibling 1 Direktorwohnung und insgesamt 8 Wohnungen für
Aufseher und Arbeiter; bei den Ziegeleien 4 Verwalterwohnungen und zusammen 6 Woh
nungen für Angestellte und Arbeiter. Zudem hat die Firma erst jüngst in ihren Werken
in Herrlingen, Söflingen und Herbrechtingen hauptsächlich für ausländische Arbeiter,
welche in diesen Betrieben als Saisonarbeiter nicht ganz entbehrlich sind, je ein größeres
Gebäude errichtet, enthaltend Küche, Speisekammer, Eßraum, verschiedene Schlafräume
sowie Waschräume und andere Nebenräume. Schließlich ist hierher noch zu rechnen,
daß in Ulm selbst außer 5 Arbeiterwohnungen seit dem Jahre 1907 ein schönes, großes
Verwaltungsgebäude für die Zentralverwaltung sämtlicher Werke mit hohen, luftigen