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der nicht allzu günstig angelegt ist, wird sich hoffentlich bald im
weiteren Hinterlande einführen, und Münden hat ja jetzt endlich
auch Gleisanschlufs und Umschlagseinrichtungen mit der schärfer
einsetzenden Initiative des Lloyd in diesen Lebensfragen Bremens
erhalten.
Karlshafen erhielt 1848 (?) direkten Gleisanschlufs, die Häfen und
Liegeplätze von Kemnade 1901, Emmerthal 1872, 1881, Hameln
1887, 1900, Rinteln 1900, Minden 1882, Stolzenau 1901, Kassel
mit der Fuldakanalisierung 1890—99, Münden 1906. 1 )
Die Bahnen der Weserplätze sind in folgender Reihenfolge
in Betrieb gekommen: 1848 Minden-Köln, 1849 Karlshafen, 1865
Höxter-Hamm, 1866 Höxter-Kreiensen, 1850—59 Münden-Kassel-
Bebra-Eisenach(-Nürnberg), 1857 Münden-Kassel-Frankfurt, 1873
Hameln-Altenbeken, 1876 Minden-Hameln-Elze, 1879 Altenbeken-
Ottbergen-Northeim etc. 2 )
Bevor die Konkurrenz der Eisenbahn und die damit veranlafste
moderne Ausgestaltung der Flufsschiffahrt bestand, war die Wasser-
strafse der Weser als solche leistungsfähiger.
Der Wanfrieder Umschlag wirkte bis nach Nürnberg, wo es einen
Wanfrieder Bestätter gab 3 ), und war der Hafen von Thüringen. 4 )
4 ) Thilo Hampke, Denkschrift betreffend Weserhäfen, Anschlußgleise
und Lösch- und Ladeplätze an der Weser, Kassel 1896; Wilhelm Metter-
hausen, Die Vermehrung und Verbesserung der Weserhäfen von Münden bis
Bremen, in der Zeitschrift für Binnenschiffahrt, 1898, S. 130 ff.; derselbe,
Die Herstellung von Anschlußgleisen an Binnenwasserstrafsen, in der Zeitschrift
für Binnenschiffahrt, 1901, S. 72 ff.; derselbe, Die Oberwesersohiffahrt im
letzten Jahrzehnt, Festschrift, 1902, S. 51; Jahresb. d. Hdlsk. v. Minden f. 1867, S. 66;
Jb. d. Hdlsk. i. Bremen f. 1899, S. 60, 1903, S. 78, 1905, S. 86 u. a.
2 ) 8. Die historische Entwicklung des deutschen und deutsch-österreichischen
Eisenbahnnetzes vom Jahre 1838 bis 1881, hrsg. vom Königl. Preufsisohen
Statistischen Bureau. Text und Atlas, Berlin 1883.
8 ) Vgl. J. Ferdinand Roth, Geschichte des nürnbergisohen Handels,
IV. Teil, Leipzig 1801, S. 341 ff. Über Transporte englischer Tuche über die
Weser nach Nürnberg etc., statt bisher über den Rhein und Antwerpen, siehe
G. Landau, Einiges über Weserzölle und Weserhandel im 16. Jahrhundert,
in der Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde,
L Bd., 1837, S, 167, ebenda S. 166 auch zum folgenden, über Weinfuhren von
Frankfurt auf Kassel, Münden und über Fulda und Weser, statt des gestörten
Rheinweges. (Vgl. a. W. v. B i p p e n, Geschichte der Stadt Bremen, II. Bd.,
1898, S. 230.)
4 ) 1819 werden als die Hauptplätze des Wanfrieder Umschlags Nürnberg,
Würzburg, Schweinfurt, Gotha und Erfurt aufgeführt. Bremer Handelskammer
archiv ; Staatsarchiv. Interessant ist ein Schreiben von Goethe, der sich sehr
für den Ausbau des Bremer Hafens interessierte, an Dr. Nicolaus Meyer in
Bremen, der ihm Karten und Pläne von Bremerhaven durch seinen Vetter Senator
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