Metadata: Grundfragen der Wirtschaft

Dee verschiedenen Eigentümlichkeiten, Voraussetzungen und Er— 
fordernisse der einzelien Gruppen des Erwerbslebens habe ich im 
letzten Vortrag gekennzeichnet. Ich wende mich jetzt den Grund— 
elemtenten zu, die im Erwerbsleben tätig oder wirksam sind, zwar 
in ihrer Zusammensetzung verschieden, aber in ihrem Wesen 
gleich. Um diese Elemente festzustellen, gehe ich noch einmal kurz die 
eittzelnen Erwerbsgruppen durch und führe die ihnen eigentümlichen 
Kennzeichen an. 
Die Landwirtschaft arbeitet mit Grund und Boden, Ge— 
bäuden, Gerätschaften, Maschinen, Saatgut, das Handwerk 
mit Werkzeugen und Arbeitsmaterial, der Berg bau mit großen 
Förderanlagen und Gebäuden, die Induster ie wiederum mit Grund 
und Boden, ferner mit Gebäuden, Maschinen aller Art und Roh— 
stoffen, der Handel mit Waren aller Art und Räumen zu ihrer 
Unterbringung und Verteilung, das Werkehrsgewerbe mit 
Beförderungsmitteln, Motoren und Aulagen, die Banmken haupt⸗ 
sächlich mit Bargeld und Wertpapieren, das Mietgewerbe mit 
Häusern und Wohnungen, die Agenten und Kommissio— 
märe haben so gut wie überhaupt keine Gachgüter zu ihrem Ge— 
schäftsbetrieb nötig. 
Alles was ich hier an Sachwerten zusammengefaßt habe, läßt 
sich durch das Wort „Kapit al“ ausdrücken. Zum Kapital gehören 
demnach Rohstoffe, wie Erze, Kohlen, Wälder und Waren aller 
Art. Kapital ist also teils durch die Natur gegeben, teils von den 
Menschen durch Be— und Verarbeitung von Naturprodukten ge⸗ 
schaffen, d. h. erwirtschaftet und erspart. Eine andere Form der Ka— 
pitalbildung gibt es nicht. Aber auch was die Natur bietet, bedarf 
einer Erwirtschaftung, um es zu benützen; Kohlen und Erze wollen 
gefördert, Holz will geschlagen und zerkleinert, Grund und Boden 
wollen bearbeitet oder bebaut werden. Erst durch die auf die Natur 
verwandte Arbeit erhalten also ihre Gaben einen wirtschaftlichen 
Wert. Die Naturschä tz e als solche sind, seitdem eine staatliche 
Macht besteht, nicht mehr frei, sie gehören dem Staate oder einer 
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