J. M. Voith in Heidesheim a. Brenz.
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zitätswerk Hermaringen eine Maschinistenwohnung und 2 größere Gebäude mit zusammen
3 Wohnungen von 4—7 Zimmern.
Der Wert dieser Beamten-Wohnhäuser beträgt ohne den Wert von Grund und Boden
1025000 M. und rentiert zu 3,1 %, nach Abzug der Unterhaltungskosten noch zu 2,5%.
15. ARBEITERWOHNUNGEN. Die Firma hat bis zum Jahr 1912 9 Wohnhäuser
für Arbeiter und Bedienstete mit zusammen 25 Wohnungen erstellt bzw. erworben. Die
Wohnungen bestehen aus je 3—4 Zimmern samt Zubehör, auch Gartenanteil, und ren
tieren bei einem Wert von zusammen 115 170 M. zu 3,5 %, nach Abzug der Unterhaltungs
kosten zu 2,9 %. Zum Bau von Eigenwohnhäusern hat die Firma in vielen Fällen Grund
und Boden zum Selbstkostenpreise abgegeben.
16. BEAMTENWOHNUNGSVEREIN. Dem im Jahre 1912 ins Leben getretenen
Beamtenwohnungsverein ist die Firma mit einem Anteil von 20 000 M. beigetreten. Dieser
Verein bezweckt die Herstellung einfacher, aber gediegener Wohnungen mit 4—5 Zimmern
für staatliche, städtische und private Beamte und hat von der Stadtgemeinde Heidenheim
größeres Baugelände am Siechenberg erworben.
17. GEMEINNÜTZIGE BAUGESELLSCHAFT HEIDENHEIM A. BRENZ. Diese unter
Beteiligung der Stadtgemeinde errichtete Gesellschaft, bei welcher die Firma mit 50 000 M.
beteiligt ist, hat bis Ende März 1912 auf ihren Baugeländen Ost- und Südheim 2 Drei-,
21 Doppel- und 3 Einzelwohnhäuser mit 6 Wohnungen zu 4, 64 Wohnungen zu 3 und
31 Wohnungen zu 2 Zimmern erstellt, in denen eine größere Anzahl Arbeiter der Firma
J. M. Voith untergebracht ist. Die Verzinsung betrug in den letzten Jahren 3%. Weitere
Wohnhäuser sind im Bau.
18. FABRIKKANTINE. In derselben werden die Speisen zu den Selbstkosten, Bier
zu den ortsüblichen Preisen verkauft. Die Lokale dienen den Arbeitern ohne Trinkzwang
zum Aufenthalt und enthalten auch ein seinerzeit dem Gesangverein ,,Vulkania“ ge
stiftetes Klavier.
19. LIMONADEBEREITUNG. Die Firma hat im Jahr 1906 die Einrichtung zur Her
stellung von Limonade, Kaffee und Tee getroffen und gibt diese Getränke, die namentlich
während der Sommermonate gerne getrunken werden, zum Selbstkostenpreis von 5 Pf.
pro y 2 Literflasche ineinandergerechnet ab. Jugendliche Arbeiter unter 16 Jahren er
halten diese Getränke während der Vesperpausen unentgeltlich, ebenso erhalten die am
Ofen beschäftigten Arbeiter der Gießerei unentgeltlich ein aus Haferflocken bereitetes,
den Durst stillendes Getränk.
Limonade wird auch an die benachbarten Fabriken abgegeben.
Der Gesamtverbrauch an Limonade betrug im abgelaufenen Jahr 422 000 Flaschen,
während von Kaffee 94 000 und von Tee 70 000 Flaschen konsumiert wurden.
20. UNFALLVERSICHERUNG DER BEAMTEN UND MONTEURE. Die kaufmänni
schen und technischen Beamten sowie die Monteure sind gegen Unfälle, die ihnen inner
halb wie außerhalb ihrer Berufstätigkeit (sportliche Übungen ausgenommen), auf Reisen
usw. zustoßen sollten, soweit diese Unfälle den Tod oder dauernde Invalidität zur Folge
haben, auf Kosten der Firma versichert.
21. MONTEURSCHULE. Um einen Stamm von tüchtigen Monteuren heranzuziehen,
hat die Firma besondere Unterrichtskurse eingeführt, die jeden Mittwoch von 11—12 Uhr
während der Arbeitszeit von besonders hierfür aufgestellten Meistern, Betriebsbeamten,
Ingenieuren und Kaufleuten abwechslungsweise gegeben werden. Diese Kurse erstrecken
sich in erster Linie auf die praktische, dann aber auch auf theoretische Ausbildung für den
Monteurberuf; von Zeit zu Zeit finden auch Exkursionen statt, um den jungen Leuten
den Einbau von Turbinen und anderen Maschinen vor Augen zu führen.