Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Württembergische  Metallwarenfabrik,  Geislingen.

der  Fabrik  durch  einen  von  der  Firma  aufgestellten  Wirtschaftsführer  betrieben.  Die
Fabrikangehörigen  erhalten  daselbst  kalte  Speisen  und  verschiedene  Getränke  (Bier,  Limonade, ­
  Mineral-  und  Sodawasser)  für  das  Vormittags-  und  Nachmittagsvesper  zu  den  von
der  Fabrik  festgesetzten  Preisen.  Die  Lebensmittel  werden  in  den  ersten  Vor-  und  Nachmittagsstunden ­
  durch  Lehrlinge  oder  Ausgänger  für  die  einzelnen  Werkstätten  zu  genau
bestimmten  Zeiten  geholt;  bei  verlängerter  Arbeit  wird  für  die  betreffenden  Betriebe  abends
5  14—6  Uhr  nochmals  Vesper  abgegeben.
Die  Fabrikwirtschaft  dient  zugleich  als  Speiseanstalt.  Einzelstehende  Arbeiter  erhalten ­
  daselbst  Mittagskost  zu  30—35  Pf.
Die  Erträgnisse  der  Fabrikwirtschaft  werden,  soweit  sie  nicht  dem  Wirtschaftsführer
als  Vergütung  für  seine  Tätigkeit  überlassen  sind,  von  der  Firma  zur  Hälfte  der  Krankenkasse ­
  und  zur  Hälfte  dem  Wohlfahrtsverein  überwiesen.
Gesamtbetrag  der  Überweisungen  im  Jahr  1912  4076  M.
Kaffee-  und  Milchabgabe.  Die  Fabrik  verabfolgt  seit  einer  Reihe  von  Jahren
an  sämtliche  Feuerarbeiter  (Dampfhaus,  Gießerei,  Glashütte,  Glühsaal,  Gürtlerei  u.  dgl.)
das  ganze  Jahr  hindurch  unentgeltlich  schwarzen  Kaffee.  Die  Abgabe  beträgt  täglich
etwa  80  Liter.
In  einigen  Werkstätten  der  galvanoplastischen  Kunstabteilung  (Gelbbrennerei  und
Saure-Bäderraum)  wird  täglich  Milch  unentgeltlich  abgegeben.
Ferner  wird  2  mal  täglich,  vormittags  8  %  Uhr  und  nachmittags  3  %  Uhr,  in  den  Werkstätten ­
  Kaffee  mit  Milch,  eine  Tasse  mit  0,4  Liter  zu  3  Pf.,  als  Vespergetränk  abgegeben.
Von  dieser  Einrichtung  wird  namentlich  in  der  kälteren  Jahreszeit  Gebrauch  gemacht.
Die  Gesamtzahl  der  abgegebenen  Tassen  betrug  im  Jahr  1912  117662.
In  der  Zeit,  in  welcher  die  Arbeit  um  7  Uhr  morgens  beginnt,  ist  für  die  auswärtigen
Angehörigen,  die  mit  den  Frühzügen  eintreffen,  Gelegenheit  geboten,  in  dem  geheizten
Speisesaal  des  Jugendheims  bis  zum  Beginn  der  Arbeit  sich  aufzuhalten  und  Kaffee
mit  Milch,  die  Tasse  von  0,4  Liter  zu  3  Pf.,  zu  erhalten.
Limonade  und  Mineralwasser.  Seit  5  Jahren  ist,  um  den  Genuß  von  Bier  als
Vespertrunk  möglichst  einzuschränken,  der  Verkauf  von  Limonade  eingeführt.  Die  Limonade ­
  wird  in  der  Fabrikwirtschaft  aus  frischem,  reinem  Wasser,  Kohlensäure  und  Fruchtsäften ­
  (Himbeer-  und  Zitronensaft)  täglich  hergestellt  und  zu  5  Pf.  die  Flasche  (%  Liter)
abgegeben.
Außerdem  wird  in  der  Fabrikwirtschaft  Ditzenbacher  Wasser  (natürliches,  kohlensaures ­
  Mineralwasser)  in  y 2  Literflaschen  für  den  ausschließlichen  Gebrauch  innerhalb
der  Fabrik  zu  dem  ermäßigten  Preis  von  5  Pf.  abgegeben.
Der  Verbrauch  war  im  Jahr  1912:
Zitronenlimonade  104  400  Flaschen,
Himbeerlimonade  48  300  ,,
Sodawasser  3  150  ,,
Ditzenbacher  Wasser  14  125  ,,
SPEISEWAGEN.  Für  die  Arbeiter  aus  dem  ca.  4  km  von  Geislingen  entfernten  Ort
Kuchen  hat  die  Fabrik  im  Jahr  1891  einen  Speisewagen  erstellen  lassen,  welcher  den
Leuten  täglich  zur  Mittagszeit  das  zu  Hause  zubereitete  Mittagessen  zuführt.  Durch  geeignete ­
  Gefäße  und  entsprechende  Einrichtung  des  Wagens  ist  dafür  gesorgt,  daß  das  Essen
warm  bleibt.  Zur  Einnahme  des  Mittagessens  ist  ein  Saal  des  Jugendheims  bereitgestellt,
in  welchem  zugleich  für  entsprechende  Lektüre  und  für  Spiele  gesorgt  ist.
Die  Zahl  der  Beteiligten  ist  zurzeit  150.  Die  Fuhrlohnkosten  werden  durch  Umlage
gedeckt  und  betragen  auf  den  Kopf  2  %  Pf.  täglich.
Angeregt  durch  die  guten  Erfahrungen  mit  dem  Speisewagen  Kuchen,  der  nun  21  Jahre
im  Betrieb  ist  und  die  Teilnehmer  voll  befriedigt,  wurde  im  Jahr  1912  auch  den  Fabrik-
            
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