Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

424*  Württembergische  Metallwarenfabrik,  Geislingen.

Versicherung,  je  in  Klasse  II  (24Pf.  für  die  Woche),  übernommen.  Die  Bemessung  der  Beiträge ­
  geschieht  unter  Zugrundelegung  der  14  tägigen  Zahltagseinnahme  dergestalt,  daß  bei
5  M.  und  weniger  1  Beitragsmarke,  bei  mehr  als  5  M.  2  Beitragsmarken  geklebt  werden.
Ausgabe  1912:  1992,35  M.
FABRIKBADEANSTALT.  Die  Fabrikbadeanstalt  enthält  Räume  für  Brausebäder  und
Vollbäder.  Den  Fabrikangehörigen  wird  das  ganze  Jahr  hindurch  Gelegenheit  gegeben,  in
bestimmter  für  die  einzelnen  Werkstätten  festgesetzter  Reihenfolge  während  der  Geschäftsstunden ­
  unentgeltlich  zu  baden.
Im  Jahr  1912  wurden  abgegeben:  48962  Brausebäder,  1324  Vollbäder  und  127  Solbäder. ­
  Hiernach  entfallen  durchschnittlich  14  Bäder  im  Jahr  auf  jeden  Arbeiter.
In  der  Fabrikbadeanstalt  befindet  sich  ein  Krankenzimmer  mit  Verbandkasten  und
verschiedenen  Apparaten;  der  Bademeister  ist  zur  ersten  Hilfeleistung  bei  Verletzungen
eingeübt.
Badekarten  zu  warmen  Bädern,  Solbädern,  kohlensauren  Bädern  und  Mineralbädern ­
  usw.  in  anderen  Badeanstalten  werden  auf  ärztliche  Verordnung  an  Mitglieder
der  Krankenkasse  unentgeltlich  und  an  Familienangehörige  von  solchen  gegen  Ersatz
von  y 2  oder  y 3  der  Selbstkosten  abgegeben.  Neuerdings  werden  in  gleicher  Weise  Luftbadjahreskarten ­
  verabfolgt.
Im  Jahr  1912  betrug  die  Zahl  der  abgegebenen  Badekarten  1138.
FREIWILLIGE  SANITÄTSKOLONNE.  Die  Freiwillige  Sanitätskolonne  in  Geislingen
besteht  zum  größten  Teil  aus  Angehörigen  der  Fabrik.  Diese  Mitglieder,  zurzeit  40  an
der  Zahl,  sind  zur  Hilfeleistung  bei  Betriebsunfällen  bestimmt;  ein  Verzeichnis  derselben
ist  in  allen  Werkstätten  aufgehängt.
WOHNUNGSDESINFEKTION.  Zur  Desinfektion  der  Wohnungen  bei  ansteckenden
Krankheiten  sind  2  Desinfektionsapparate  vorhanden,  welche  im  Bedarfsfall  an  Fabrikangehörige ­
  ausgeliehen  werden.  Die  dazu  gehörigen  Pastillen  (2  y 2  Pastillen  für  1  cbm
Raum)  werden  auf  ärztliche  Anordnung  unentgeltlich  abgegeben.
Im  Jahr  1911  wurde  die  Desinfektion  in  119  Wohnungen  ausgeführt.
URLAUB.  In  der  Erkenntnis,  daß  eine  mehrtägige  Ruhepause  von  nicht  zu  unterschätzendem ­
  Einfluß  auf  die  Gesundheit,  auf  Hebung  der  geistigen  und  körperlichen  Spannkraft ­
  und  Schaffensfreudigkeit  ist,  hat  die  Württ.  Metallwarenfabrik  seit  einer  Reihe  von
Jahren  den  Meistern  und  einem  Teil  der  Arbeiter  alljährlich  einen  Erholungsurlaub  unter
Fortzahlung  des  Gehalts  oder  Lohnes  gewährt.  Der  Erholungsurlaub,  der  im  Jahr  1910
eine  weitere  Ausdehnung  erfahren  hat,  wird  nach  folgenden  Grundsätzen  erteilt:
Arbeiter,  welche  nach  dem  21.  Lebensjahr  eine  ununterbrochene  Dienstzeit
von  15  Jahren  in  unserer  Fabrik  zugebracht  haben,  erhalten  jährlich  4  Arbeitstage,
nach  dem  25  jährigen  Dienstjubiläum  6  Arbeitstage,  nach  50jähriger  Dienstzeit  9  Arbeitstage. ­

Meister  im  Stundenlohn  und  ständige  Vorarbeiter  haben  einen  Feriengenuß
von  6  Arbeitstagen  und  nach  25jähriger  Dienstzeit  von  8  Arbeitstagen;
Meister  mit  festem  Gehalt  haben  9  Arbeitstage  und  nach  25jähriger  Dienstzeit ­
  12  Arbeitstage.
Die  kaufmännischen  und  technischen  Angestellten  erhalten  nach  ijähriger
  Dienstzeit  ebenfalls  einen  nach  der  Zahl  der  Dienstjahre  abgestuften  jährlichen
Erholungsurlaub.
Bei  der  Berechnung  der  Dienstzeit  gelten  Krankheit  und  Militärdienst  nicht  als  Unterbrechung. ­
  Wünsche  des  Urlaubsberechtigten  finden,  soweit  dies  mit  den  Anforderungen
eines  ungestörten  Betriebes  vereinbar  ist,  tunlichste  Berücksichtigung.
BEAMTEN-  UND  ARBEITERWOHNUNGEN,  GARTENLÄNDER.  Das  Bedürfnis
nach  billigen  und  gesunden  Wohnungen  für  die  Angehörigen  der  Württ.  Metallwarenfabrik
machte  sich  hauptsächlich  unmittelbar  nach  der  Verlegung  der  Eßlinger  Fabrik  nach
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.