Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Württembergische  Metallwarenfabrik,  Geislingen.

Fischhalle  —  Außenansicht.
Lebhaften  Anklang  bei  Angestellten  und  Arbeitern  fand  der  zu  Anfang  des  Jahres
1912  eingeführte  Bezug  von  Seefischen.  Umfangreiche  Organisationsarbeiten  waren
erforderlich,  um  das  ganze  Fischgeschäft  auf  eine  Grundlage  zu  stellen,  auf  welcher  eine
rasche  und  geordnete  Abwicklung  möglich  war.  Notwendig  war  vor  allem  die  Schaffung
besonderer  Räume.  Dem  Fischgeschäft  dient  ein  eigens  hierzu  erstellter  1%  stockiger
Fachwerkbau  in  einer  Länge  von  12  m  und  einer  Breite  von  8,5  m  mit  einem  8,5  m  langen
und  5,30  m  breiten  Anbau.  Geschaffen  sind  ein  geräumiger  Lagerraum,  in  welchem  die
Fische  abgewogen,  verpackt  und  zur  Abgabe  geordnet  werden;  ferner  ein  heizbarer  Raum
mit  7  Schaltern  zum  Zweck  der  Abgabe  und  ein  heizbarer  Warteraum,  von  dem  aus  die
Fische  an  den  Schaltern  in  Empfang  genommen  werden  können.  Der  Fischbezug  wurde
anfangs  auf  Kabeljau,  Schellfische  und  Bücklinge  beschränkt,  später  jedoch  auch  auf
Merlan,  Seelachs  usw.  ausgedehnt.  Doch  konnte  im  Interesse  der  Geschäftsvereinfachung
neben  Bücklingen  immer  nur  die  eine  oder  die  andere  Fischsorte  abgegeben  werden.
Die  Bestellung  der  Fische  hat  jeweils  Samstags  zu  erfolgen.  Die  Abgabe  findet
wöchentlich,  regelmäßig  am  Mittwoch  oder  Donnerstag  statt;  vormittags  von  9—10%  Uhr
und  nachmittags  von  5—7%  Uhr  können  Familienangehörige  und  nach  Arbeitsschluß  die
Angestellten  und  Arbeiter  selbst  die  Fische  gegen  Barzahlung  abholen.  Die  Besteller
übergeben  Samstags  für  jede  Fischsorte  einen  3  fach  ausgefertigten  Bestellzettel;  sie
erhalten  1  Exemplar  desselben  mit  aufgestempelter  Nummer  zurück  und  weisen  diesen
Donnerstags  an  der  Abgabestelle  als  Ausweis  vor.  Auf  den  beiden  anderen  Exemplaren
des  Bestellzettels  wird  das  zugewogene  Gewicht  vermerkt  und  der  Preis  berechnet;  den
einen  Zettel  erhält  der  Besteller  mit  dem  Fischpaket,  der  andere  dient  als  Kassenbeleg.
Ein  „Kleines  Fischkochbuch  für  einfache  Küche“,  zusammengestellt  vom  Schwäbischen ­
  Frauenverein  und  herausgegeben  vom  Verein  für  das  Wohl  der  arbeitenden  Klassen
in  Stuttgart,  wurde  den  Fischbeziehern  unentgeltlich  verabfolgt.  Die  Ausbildung  der  Frauen
und  Mädchen  in  der  Zubereitung  einer  für  die  Familie  der  Teilnehmerinnen  berechneten
Fischspeise  wird  durch  Abhaltung  von  Fischkochkursen  gefördert.
            
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