Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Württembergische  Metallwarenfabrik,  Geislingen.

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In  neuerer  Zeit  werden  auch  Märsche  ins  Gelände  mit  kleineren  Übungen  ausgeführt, ­
  teils  selbständig,  teils  im  Anschluß  an  die  Jungdeutschlandbewegung.
Das  Jugendheim,  in  welchem  schon  viel  gute  Anregung  in  jugendliche  Gemüter  gelegt ­
  worden  ist,  wird  von  den  Eltern  und  Angehörigen  der  jungen  Leute  sehr  geschätzt
und  erfreut  sich  bei  diesen  selbst  großer  Beliebtheit.  Nicht  wenige  bleiben  ihm  noch  in
späteren  Jahren  in  treuer  Anhänglichkeit  zugetan.
Es  liegt  in  der  Natur  der  Sache,  daß  die  Wirkungen  von  Wohlfahrtsmaßnahmen
sich  nicht  zahlenmäßig  nachweisen  lassen.  Die  Württ.  Metallwarenfabrik  ist  sich  aber
bewußt,  daß  durch  ihre  vorstehend  in  kurzen  Zügen  geschilderten  Einrichtungen  schon
manchem  ihrer  Angehörigen  ein  kräftiger  Halt  in  den  Stürmen  und  Bedrängnissen  des
Lebens  gegeben,  schon  manche  Not  verhütet  oder  doch  gemildert  worden  ist.  Liegt  auch
ihr  Schwerpunkt  nicht  in  äußerlich  glänzenden  Anlagen,  so  liegt  ihnen  in  ihrer  systematischen
Organisation  und  Durchführung  doch  der  ernstliche  Wille  zugrunde,  das  weitverzweigte
geschäftliche  Unternehmen  in  den  Dienst  der  großen  sozialen  Aufgaben  unserer  Zeit  zu
stellen,  und  sie  sind  wohl  geeignet,  den  Gedanken  enger  Zusammengehörigkeit  unter
allen  seinen  Mitarbeitern  lebendig  zu  erhalten.
Es  darf  denn  auch  hervorgehoben  werden,  daß  in  der  Württ.  Metallwarenfabrik  das
Verhältnis  zwischen  Arbeitgeber  und  Arbeitnehmer  stets  ein  freundliches  war.  Die  Fabrik
besitzt  einen  großen  Stamm  eingesessener  Arbeiter,  die  von  der  Lehrzeit  an  —  abgesehen
von  den  Jahren  des  Militärdienstes  und  etwa  einer  weiteren  Ausbildung  in  der  Fremde
ständig  in  der  Fabrik  arbeiten.  Nicht  selten  sind  von  einer  und  derselben  Familie  mehrere
Glieder  in  der  Fabrik  und  treten  mehrere  Generationen  nacheinander  in  dieselbe  ein.  Das
seit  Oktober  1892  in  Geislingen  bestehende  Gewerbegericht  hat  noch  niemals  über  einen
Streit  zwischen  der  Württ.  Metallwarenfabrik  und  einem  ihrer  Angehörigen  zu  verhandeln
gehabt.
Bis  zum  Ende  des  Jahres  1912  haben  insgesamt  621  Angehörige  der  Fabrik  das  Jubiläum ­
  25jähriger  Dienstzeit  in  derselben  begangen.  53  Arbeiter  wurden  für  langjährige
treue  Dienste  (38—40  Jahre)  durch  Verleihung  der  König  -  Karl  -  Jubiläumsmedaille
ausgezeichnet  und  5  Arbeitern  war  es  vergönnt,  unter  ehrenvoller  Anerkennung  ihrer
treuen  Mitarbeit  seitens  der  Firma  das  50  jährige  Dienst  j  u  biläu  m  zu  feiern.
            
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