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zum Jungfraujoch, mit 3450 m der höchsten Bahnstation
Europas. Vorläufig bleibt noch unentschieden, ob später
der Tunnel bis unter den Gipfel der Jungfrau 4166 m
weitergeführt wird.
Am sonnigen Nordufer des Thunersees, der „Riviera
des Oberlandes", sind im Schutze des Sigriswilergrates
2053 m und der Blume 1395 m Sigriswil, Ober
hofen und Hilterfingen, von reichen Kirschbaum
wäldern umgeben, beliebte Kurorte. Über dem obern
See-Ende hat St. Beatenberg eine hohe Terrasse
angesichts des Gebirges inne. Die Thunerseebahn folgt
dem Südufer über Leissigen und dem am Ausgang
zweier Täler rasch aufblühenden Bahnknvten Spiez.
Das Kandertal wurzelt mit seinen Talhintergründen
in den vereisten Hochalpengipseln Blümlisalp 3670 m,
Doldenhorn 3647 m, Balmhorn 3698 m, Altels 3634 m
und Wildstrubel 3266 m. Zwischen der prächtigen Pyra
mide des Niesen 2366 m und dem Ausläufer des
Morgenberghorns 2251 m im Plateau von Äschi öffnet
sich der Taleingang. Bei Reichenbach mündet das
reizvolle Kiental. Frutigen, der Hauptort des Tales,
beherrscht an der Talgabel den Zugang zu den Fremden
orten Adelboden und Kan der st eg. Die Bahn,
deren Kopfstation bisher Frutigen war, findet nun ihre
wichtige Fortsetzung durch den Lötschberg als Zufahrts-
liuie zum Simplon. In einem von Blümlisalp und
Doldenhorn umrahmten Felskessel liegt hoch über Kander-
steg der kleine Öschinensee eingebettet. Das Kandertal
steht seit alter Zeit durch den Gemmipaß in Verbindung
mit dem Wallis; von der Paßhöhe am Daubensee klet
tert der Pfad an schwindlig jäher Wand zum Leukerbad
hinab.
Unterhalb Wimmis am Fuß des Niesen nimmt
die Kander von links her die Simme aus denr Simmen
tal auf und durchbricht mit starkem Gefälle den moränen
gekrönten Uferrücken zum See; hier hat sie innert zwei
Jahrhunderten ein großes, gestrüppbewachsenes Kiesdelta,
Flückiger, Schweiz >z
Kandertal
Kander-
mündung