Full text : Weltporto-Reform

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Grundsätze  verdankte  schon  die  nachteilige  Binnenportotaxe
ihren  Ursprung.  Als  1803  eine  neue  reitende  Post  zwischen
Magdeburg  und  Hamburg  angelegt  worden  war,  wurde
das  Porto  für  die  mit  dieser  Post  zu  befördernden
Briefe  um  1  guten  Groschen  erhöht.“  Und  als  auf  Antrag
des  Stettiner  Handelsstandes  neue  Rehposten  von  Stettin  nach

noch  bestehen,  zu  erwägen,  ob  es  nicht  richtiger  wäre,  statt  eines  Gewichtstarifs ­
  einen  Raumtarif  anzuwenden  (nach  Kubikmetern),  da  das  Gewicht
der  transitierenden  fremden  Briefbeutel  und  Briefpakete  in  den
Eisenbahnwagen  der  Bahnposten  und  auf  den  heutigen
Dampfern  auch  nicht  die  allergeringste  Rolle  spielt  (gegenüber
der  toten  .Schiffs-  oder  Wagenlast  und  im  Hinblick  auf  den  Kohlenverbrauch), ­
  dagegen  bloss  der  vorhandene  Raum  z.  B.  im  Bahnpostwagen ­
  darüber  entscheidet,  ob  neue  Eisenbahnabteile  mit
neuen  Kosten  hinzugemietet  werden  sollen  oder  nicht.
Nach  den  Beschlüssen  von  1906  soll  die  Veranstaltung  einer  Transitstatistik ­
  fortan  bloss  alle  sechs  Jahre  (in  Russland  und  der  Mandschurei
wegen  des  wachsenden  Durchgangsverkehrs  alle  drei  Jahre)  stattfinden,  und
die  nächste  Transitermittelung  (1.  bis  28.  November  1907)  sollte  für  die
Jahre  1908  bis  1913  massgebend  sein.  Die  alte  Bestimmung,  dass  die  bisher
schon  unentgeltlichen  oder  wohlfeileren  Land-  und  Seetransite  beibehalten
werden,  blieb  für  Strecken  bis  3000  km  bestehen.  Die  Transitguthaben  von
höchstens  1000  Franken,  die  sich  bei  der  Abrechnung  zwischen  zwei  Ländern
ergeben,  sollen  unberttcksicht  bleiben  und  nicht  mehr  zur  Auszahlung  gelangen. ­
  Bis  Ende  1907  erfolgten  die  Transitzahlungen  noch  auf  Grund  der
Statistik  von  1896.  Nach  Artikel  4,  §  7  des  Weltpostvertrages  werden  seit
1907  alle  6  Jahre  neue  Nachweisungen  während  eines  28tägigen  Zeitraums
aufgestellt.  Bisher  rechnete  man  100  Briefe  auf  1  kg.  Jetzt  sind  es  vielleicht ­
  etwas  weniger.
Die  obigen  Taxsätze  bezogen  sich  nur  auf  den  sog.  geschlossenen
Transit  (transit  en  depeohes  closes).
Der  offene  Transit  (transit  a  decouvert,  Artikel  4.  §  4  des  Weltpostvertrages ­
  vom  26.  Mai  1906),  also  Briefschaften,  die  fremden  Posten
unverpackt  und  unbearbeitet  als  lose  einzelne  Stücke  zum  Durchzug  und
zur  Weiterbeförderung  übergeben  werden,  unterliegt  nach  den  letzten  Beschlüssen ­
  in  Rom  ohne  Rüksicht  auf  Gewicht  und  Bestimmungsland
folgendem  auffallend  hohen  Tarif:
Briefe,  für  jedes  Stück  6  Centimes  (4,86  Pf.);
Postkarten  und  andere  Sendungen
für  jedes  Stück  ■  .  .  .  .  2V2  >1  (2,025  „  ).
Wenn  Zwischenländer  offene  Transitsendungen  überhaupt  nicht  befördern ­
  wollen,  so  muss  davon  abgesehen  werden.  Die  sibirische  und  die
japanisch-mandschurische  Eisenbahn  befördern  nur  geschlossene  Transite.
            
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