Full text : Weltporto-Reform

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Berlin,  Prenzlau  und  Peileberg  angelegt  wurden,  -fand  die  Postbehörde ­
  es  selbstverständlich,  dass  für  jeden  Brief  auf  diesen
Routen  ein  Portozuschlag  bezahlt  wurde.
Dieser  veraltete  Gesichtspunkt  ist  sicherlich  mit  Schuld
daran,  dass  die  immer  noch  bestehenden  internationalen  Zuschläge ­
  zum  Inlandsporto  so  lange  aufrecht  erhalten  bleiben  und
immer  wieder  mit  den  allgemeinen  Transitkosten  in  Verbindung
Der  Satz  von  6  Centimes  für  jeden  übernommenen  losen  Brief  d.  h.
ungefähr  6  Tranken  pro  Kilogramm  ist  natürlich  ein  unhaltbar  hoher
Tarif,  höher,  als  z.  B.  das  inländische  Briefporto  in  China  (4  Pf.)  und
Ostindien  (4,25  Pf.).  Denn  es  wird  ja  ein  lose  übernommener  Transitbrief,
den  man  allenfalls  sortiert  und  in  geschlossene  Transite  zur  Weitersendung
verpackt,  doch  nicht  ausgetragen  (was  noch  eine  Arbeit  wäre),  sondern
bloss  mit  der  Masse  weiter  befördert.  Allerdings  kann  die  ihn  übernehmende ­
  Verwaltung  in  die  Lage  kommen,  heim  Weitersenden  selbst
dafür  Transitgebühren  (für  geschlossenen  Transit)  zu  bezahlen  (vergl.
„Deutsche  Verkehrs-Zeitung“  1904,  S.  431;  vergl.  auch  „Archiv  für  Post  und
Telegraphie“  1906,  S.  436).  Doch  auch  dann  bleibt  der  Satz  durchschnittlich
noch  hoch  und  die  Kontrolle  angesichts  der  Geringfügigkeit  solcher  Fälle
unverhältnismässig  umständlich.
Anträge  auf  volle  Unentgeltlichkeit  des  losen  Transits  wurden  öfter
gestellt,  aber  gingen  nicht  drrroh.
Der  Seetrausit  —  von  dem  bisher  noch  nicht  die  Rede  war  —  stellt
eigentlich  eine  noch  schwierigere  Frage  dar;  denn  die  Briefschaften,  die,
die  Meere  und  Ozeane  durchkreuzend,  nach  andern  Ländern  und  Weltteilen
gehen,  müssen  private  oder  staatliche  oder  subventionierte  Postdampferlinien ­
  benutzen.
Früher  wurden  oft  fabelhaft  hohe  Seetransitgebtihren  gefordert;
wahre  Seeschlangentarife.  England  erhob  für  den  ostindischen  Verkehr
oder  anderweit  Gebühren  bis  zu  104  Fr.  für  jedes  Kilogramm,  noch  kurz
vor  1876,  so  dass  also  auf  einen  Brief  alleilt  etwa  1  Fr.  kam.  (Vgl  „Archiv
für  Post  und  Telegraphie“  1897,  S.  310  und  Weithase,  Geschichte  des
Weltpostvereins  1895,  S.  65.)
Die  Seetransitgebühren  haben  sich  folgendermassen  entwickelt ­

  (nach  den  Beschlüssen  der  einzelnen  Kongresse):
Gebührensätze  für  jedes  Kilogramm.
Briefe  und

Drucksachen

u.  dgl.

über  300  Seemeilen

bis  zu  300  Seemeilen

unentgeltlich
i  höchstens  höchstens
j  6,50  Fr.  50  Centimes
            
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