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Das britische Weltporto beträgt bekanntlich 2Va d für 1 Unze und l l / 2 d
für jede weitei'e Unze.
In Indien ist das Inlandsporto ( 1 / 2 Anna = */a Penny für jede Unze)
übrigens noch weit wohlfeiler als das Penny-Porto des britischen Ge-
samtreiohs.
Dieses grossbritische Welt-Reichs-Penny-Porto trat am 1. Weihnachts
tage (25. Dezember) 1898 in Kraft, nachdem vorher im Juni und Juli des
selben Jahres eine Konferenz von Vertretern der britischen Postverwaltungen
stattgefunden hatte. Das Unterhausmitglied Heimiker Heaton hatte viel
dafür agitiert und wurde nun von englischen Zeitungen als neuer Rowland
Hill und Robert Peel gefeiert 5 6 ). Ja, die Stadt Canterbury, sein Wahlkreis,
verlieh ihm das Ehrenbürgerrecht und überreichte die Urkunde in einer
kostbaren Kassette 0 ). Da vorher viele englische Kolonien nicht bloss das
viel höhere Weltporto {•2 1 / 2 d), sondern daneben noch das gleich hohe Zu
schlagsporto für weite Ueberseestrecken anwandten, so war diese Porto
herabsetzung in der Tat bedeutend (oft von 5 auf 1 d).
Die Kapkolonie trat erst am 1. September 1899 dem Imperial Penny
Postage bei 7 ), Rhodesia am 1. Januar 1903, Neü-Seeland am 1. Januar 1901,
Australien vom 1. April 1905 ab, doch wie gesagt so, dass das Penny-Porto
wohl aus England und den Kolonien nach Australien gilt, aus Australien
dahin aber noch 2 d gezahlt werden 8 ). Aegypten, das am 1. Januar 1898
sein internes einfaches Briefgewicht von 15 auf 30 g erhöhte (Inlandsporto 1
5 Milliemes = 10 Pf.), ist am 15. Dezember 1905 dem grossbritischen Penny-
Porto -Verein beigetreten, erhebt aber, der Landesmünze entsprechend,
5 Milliemes oder 10 Pf., doch in diesen Verkehrsbeziehungen für je 20 g
(Gewichtssatz des Weltpostvereins).
Das interne englische Penny-Briefporto,seitdemlO.Januar 1840
bekanntlich 1 Penny für 1 / a Unze, erfuhr seitdem zwar keine Aenderung des
einfachen Geldsatzes, wohl aber wurde das einfache Briefgewioht später auf
1 Unze und am 22. Juni 1897 gar auf 4 Unzen (113,35 g) erhöht. So ist also zu
unterscheiden zwischen dem englischen Penny-Porto für das Inland (4 Unzen)
und für das britische Gesamtreich (1 Unze, kurz vorher noch 1 / 2 Unze), wo
neben dann das 2 1 / a -Penny-Porto (1 Unze) für' den Weltpostverein besteht
England war zwar nicht das erste Land, das auch im Verkehr mit
fernen Kolonien das Inlandsporto einführte, denn Frankreich, Italien und
Dänemark hatten es schon vorher mit einem Teil ihrer Schutzgebiete, aber
bei England trat diese Massregel wegen der Grösse und Wichtigkeit seines
Ländergebiets zuerst auffallend in die Erscheinung, und bis auf Australien
und Südafrika umfasste das neue britische Heichsporto schon von Anfang
5 ) Vgl. den Aufsatz „Die Portotariformässigungen Englands mit seinen Kolonien“
im „Archiv f. P. u. T. u (Berlin) 1899, S. 7t)2—-794, und den Artikel „Kolonial- und Marine-
briefe“ in der „D. Verk.-Ztg.“ 1899, Nr. 20, S. 255 ff.
c ) Vgl. „D. Verk.-Ztg. u 1899, S. 276.
7 ) Vgl. Archiv f. P. u. T. 1902, S. 363.
8 ) Vgl. „D. Verk.-Ztg.“ 1905, S. 176, und „Archiv f. P. u. T. u 1902, S. 421 ff.