Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Dann erlauben wir uns, darauf hinzuweisen, daß den Berg-- 
arbeiterfamilien, die Gasbeleuchtung oder Gasfeuerung haben, 
große Schwierigkeiten durch die Bestimmung erwachsen, daß von 
dem vorigjährigen Quantum nur 80 Prozent verbraucht werden 
dürfen, und für jedes mehr verbrauchte Kubikmeter 50 Pf. Strafe 
bezahlt werden muß. Hierdurch sind gerade die kleinen Fami 
lien mit einer Gasflamme sehr geschädigt. Infolge der Auffor 
derung zum sparsamen Verbrauch und aus finanziellen Gründen 
haben sich diese Leute schon im vorigen Jahre sehr eingeschränkt, 
sie werden durch die erwähnte Bestimmung jetzt für ihre Spar? 
famkeit bestraft, denn es ist ihnen nicht möglich, mit der einge 
schränkten Menge auszukommen. Zudem ist die Lebenshaltung 
so schon teuer genug, ohne daß sie durch eine solche Maßnahme 
noch weiter belastet wird. Es muß dann auch noch berücksichtigt 
werden, daß in vielen Bergarbeiterfamilien heute mehr Fami 
lienangehörige sind, die in der Kriegsindustrie arbeiten als das 
im vorigen Jahre der Fall war. Wir bitten daher, hier eben 
falls auf die besonderen Verhältnisse Rücksicht nehmen zu wollen. 
Auch bezüglich der Karbidbeleuchtung werden uns andauernd 
Klagen unterbreitet, daß die Familien, die auf diese Beleuch 
tung angewiesen sind, nur sehr schwer Karbid bekommen können. 
Dieses gilt besonders für die ländlichen Jndustriebezirke, wo 
man sich in großem Maße auf die Karbidbeleuchtung eingerichtet 
hat. Auch hier muß mehr wie bisher zur Behebung dieser 
Schwierigkeiten geschehen and für eine einigermaßen zufrieden 
stellende Belieferung mit Karbid gesorgt werden. 
Indem wir noch bemerken, daß die Erfüllung der vorste 
henden Wünsche auf die Durchhaltestimmung der Bergarbeiter 
und bannt auf deren Leistungskraft von günstigem Einfluß sein 
würde, verbleiben wir 
mit vorzüglicher Hochachtung! 
, (Folgen Unterschriften der vier Bergarbeiterverbände.) 
Betrifft Kohlenversorgung. 
Bochum, den 6. Dezember 1917. 
An den Herrn Reichskommissar für Kohlenversorgung, Berlin. 
Im Aufträge der unserer Organisation angehörenden Berg 
arbeiter, die bei der Kupferschiefer bauenden Mansfelder Ge 
werkschaft beschäftigt sind, erlauben wir uns, Ew. Hochwohlge 
boren folgendes zu unterbreiten mit der Bitte, dahingehend An 
ordnungen zu treffen, daß nachfolgend geschilderte Mißstände be 
hoben werden. 
Die Bergarbeiter der Mansfelder Gewerkschaft, wohnhaft im 
Mansfelder Kreis, beschweren sich darüber, daß sie bei der Koh-
	        
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