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inzwischen auch Deutschland und die Vereinigten Staaten
ein gleiches Abkommen abgeschlossen haben, wonach vom
1. Januar 1909 ab für die auf dem direkten Seewege zwischen
beiden Ländern beförderten Briefe nur 10 Pfennig für je
20 Gramm oder 2 Cents (8,4 Pf.) für jede Unze (28,34 g) —
unfrankiert aber das Doppelte — zu entrichten sind. 21 )
Dass Frankreich und andere Länder bald diesem Beispiele
folgen werden, kann man für gewiss annehmen. Auch Norwegen
und Schweden, deren Brief verkehr nach der Union grösser ist,
als nach allen übrigen Ländern, werden dann sicherlich nicht
zurückstehen und bald ganz Europa mit sich ziehen.
So ist der Stein also gut im Rollen begriffen. Aber trotz
der noch vorhandenen letzten fiskalischen Widerstände, die teil
weise ihren Sitz in Europa, aber auch in Südamerika und ander
wärts haben, wird er nun sicherlich bald sein Ziel erreichen.
Denn im Grunde fehlen nur noch die Brücken, die die vielen
vorhandenen grossen Postvereine untereinander verbinden sollen,
und West-Europa oder Südamerika dürfen nicht als Hindernis
dazwischen stehen, nun der grosse Ring des Nachrichtenverkehrs
um den Erdball sich schliessen und die Welt unter einem neuen
wirklichen Einheitsporto für In- und Ausland sich einen will,
das dem zollumwallten Welthandel und der Weltindustrie er
leichterte Beziehungen und neue Märkte schaffen, den fernen
Staatsbürgern der Mutterländer in fremden Zonen und AVeltteilen
aber das Band mit der Heimat neu knüpfen und die Völker
einander noch näher führen soll.
21 ) Ausführlicheres darüber in dem Artikel „Herabsetz.ung des Brief
portos im deutsch-amerikanischen Verkehr“ in der halbamtlichen „Deutschen
Verkehrs-Zeitung“ 1908, 623 — 625. Vgl. auch unten S. 287—92 dieses Buches.