fullscreen : München als Industriestadt

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ruht  eine  Preiserhöhung  für  die  Rohmaterialien,  die  in  den
letzten  dreiviertel  Jahren  speziell  für  einzelne  Produkte  sich  so
sprungweise  fortgesetzt  hat,  daß  die  Beschaffung  des  Rohmaterials ­
  in  enormer  Weise  erschwert  und  verteuert  wird  und  die
ganze  Situation  in  der  Roßhaarindustrie  einen  geradezu  bedenklichen ­
  Charakter  annehmen  mußte.  Um  dafür  einen  möglichsten ­
  Ausgleich  zu  schaffen,  hat  die  Firma  wesentliche  Erweiterungen ­
  des  Betriebes  durch  Gründung  einer  Zweigfabrik
in  Neufreimann  bei  München  vorgenommen  und  hat  außerdem, ­
  um  die  Zollverhältnisse  im  Hinblick  auf  den  bedeutenden
Export  auszuschalten,  in  Kufstein  eine  Filiale  errichtet.
Das  Fertigprodukt  der  Firma  findet  seine  Hauptverwendung
für  „Krollhaar“  als  Polstermöbel  in  der  Möbel-  und  Bettwarenindustrie, ­
  beim  Wagen-  und  Eisenbahnwaggonbau  und  in  der
Automobilindustrie.  Ein  Teil  der  anderen  Haare  wird  in  der
Haarzieherei  für  Bürsten,  Pinsel  und  Haargewebe,  sowie  für
Haarsiebe,  Violinbogen  und  zu  Modezwecken  (z.  B.  Gemsbärte!)
  verarbeitet.  Der  Standort  des  Betriebes  ist  vollständig
an  den  günstigen  Konsumplatz  verlegt.  Außer  dem  direkten ­
  Absatz  an  die  Verbraucher  findet  ein  lebhaftes  Geschäft
mit  dem  Engroszwischenhandel  statt.
Von  der  Gesamtproduktion  der  Firma  entfallen  30  o/o  auf
München  und  Bayern  und  etwa  40  °/o  auf  das  übrige  Deutschland; ­
  der  Rest  verteilt  sich  auf  den  Absatz  nach  Österreich-Ungarn,
  Frankreich,  Skandinavien,  Rußland  und  der  Schweiz.
Die  Fabrik  besitzt  eine  mechanische  Werkstätte  zur  Herstellung ­
  ihrer  eigenen  Arbeitsmaschinen  und  zu  Reparaturzwecken. ­
  Neben  einer  besonderen  Bleicherei  und  Färberei
unterhält  der  Betrieb  eine  Desinfektionsanstalt,  in  welcher  auf
Verlangen  auch  alte,  gebrauchte,  aus  Matrazen  und  Polstern
stammenden  Haare  in  Lohn  desinfiziert  und  gereinigt  werden.
Zum  Schutze  ihrer  Arbeiter  sind  nach  dem  Erlaß  des  Bundesrats ­
  von  der  Fabrik  die  modernsten  Einrichtungen  auf  diesem
Gebiete  geschaffen  worden;  den  Arbeitern  steht  eine  eigene
Speiseanstalt,  ein  großes  Wohnhaus  mit  Wirtschaftsräumen  und
Brausebädern  zur  Verfügung.
Zum  Abschlüsse  unserer  Untersuchungen,  die  uns  bedeutungsvolle ­
  Industriestätten  haben  kennen  lernen,  erwähnen  wir
            
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