Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Essen-Rüttenscheid, den 19. Oktober 1915. 
Hochwohlgeboren Herrn Oberbcrgrat B e n h o I d, Berlin. 
Sehr geehrter Herr! 
Euer Hochwohlgeboren ersuchten mich am 14. d. Mts. im Verlauf 
unserer Unterredung um eventuelle Zusendung von einschlägigem 
Material betreffend Beschwerden Wer die Behandlung von russisch- 
polnischen zivilgefangenen Arbeitern und auch von Kriegsgefangenen. 
Ich gestatte mir, Ihnen anliegend zu senden: 
1. Die Abschrift einer Eingabe an das Berggewerbegericht Dort 
mund, Spruchkammer Essen, bezüglich schlechter Behandlung polnischer 
Arbeiter aus den okkupierten östlichen Gebieten, ferner die darauf 
eingegangene Antwort und den weiterhin in derselben Sache und 
ähnlichen Fällen mit dem Herrn Polizeipräsidenten von Essen ge 
pflogenen Schriftwechsel. 
2. Beschwerden über die Behandlung von Kriegsgefangenen auf 
der fiskalischen Zeche bei Gladbeck, sowie die in dieser Angelegenheit 
von dem Unterzeichneten an das Generalkommando in Münster ge 
richtete Eingabe. 
Indem ich Sie bitte, im Interesse der Beruhigung der berg 
arbeitenden Bevölkerung tunlichst bald eine Klarstellung der ange 
schnittenen Rechtsfrage herbeizuführen, verbleibe ich 
mit vorzüglicher Hochachtung! 
Ihr ergebener Otto H u e, M. d. A. 
Essen-Rüttenscheid, Cmmastratze 26. 
Folgende Klage wurde in der Sache Isaak Liebhaber in 
'Essen gegen die Gewerkschaft Graf Beust in Essen an ba§ Berg 
gewerbegericht in Essen eingereicht: 
Ergebenst bitte ich einen Termin anzuberaumen, in weichein 
ich beantragen werde 
die Beklagte zu verurteilen, mir meinen Paß und 
einen Entlassungsschein herauszugeben, das Urteil 
auch für vorläufig vollstreckbar zu erklären. 
Begründung: Ich stamme aus Lodz und bin von 
einem Agenten der Beklagten für die Arbeit auf deren Zechen 
durch große Versprechungen angeworben. Sechs Wochen lang 
habe ich auf der Zeche der Beklagten gearbeitet. Meine Arbeit 
habe ich Freitag, den 26. Juni, nachts 12 Uhr, niedergelegt. 
Ein weiteres Arbeiten war mir nicht möglich, weil mir meine 
Gesundheit dies nicht erlaubte. Ich bin körperlich zu schwach
	        
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