Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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mit  gelegt  werden,  wodurch  der  an  manchen  Betriebspunkten
so  schon  gekürzte  Lohn  weiter  herabgedrückt  wird.
Dann  wird  darüber  Klage  geführt,  daß  auf  den  Deutsche
Kaiser-Schächten  jede  Woche  zweimal  eine  halbe  Ueberschicht  Verfahren ­
  wird,  während  noch  im  Monat  September  zwei  bis  drei
Feierschichten  auf  Nachbarzechen  vorkamen.
Wir  bitten  dringend,  die  Ueberschichten,  die  auch  auf  der
Zeche  Wcstende  und  in  anderen  Revieren  eine  Rolle  spielten,
mindestens  so  lange  zu  verbieten,  solange  es  noch  Arbeitslose
gibt  und  auf  anderen  Zechen  noch  Feierschichten  Vorkommen.
Jugendliche  unter  16  Jahren  werden  im  Oberhausener  Bezirk ­
  jetzt  auf  allen  Zechen  beschäftigt,  obwohl  fast  alle  Zechen
wieder  in  zwei  Schichten  fördern,  die  Jugendlichen  also  ganz  gut
auch  über  Tage  weiter  beschäftigt  werden  könnten.  Nur  die
Zechen  Roland,  Oberhausen,  Wiesche  und  Alstaden  haben  nochdie
  beiden  Förderschichten  zu  einer  Morgenschicht  zusammengelegt.
Mit  den  Lohnkürzungen  im  Oberhausener  Revier  sind  folgende ­
  Zechen  am  schärfsten  vorgegangen:
Auf  Zeche  W  e  st  e  n  d  e,  Schacht  IV,  sind  folgende  Gedingereduzierungen ­
  am  15.  September  vorgenommen  worden:
Im  Flöz  Gustav,  Kohlennummer  158,  betrug  der  Lohn  im
Monat  August  6,09  Mark  pro  Schicht.  Hier  wurden  20  Pf.  auf
den  Wagen  Kohlen  in  Abzug  gebracht.
Flöz  Gustav,  Kohlennummer  141,  betrug  der  Lohn  im
Monat  August  6,15  Mark  pro  Schicht,  hier  wurden  auf  den
Wägen  Kohlen  20  Pfennig  in  Abzug  gebracht.
Flöz  Gustav,  Kohlennummer  143,  betrug  der  verdiente  Lohn
im  Monat  August  6,70  Mark.  Hier  wurde  das  Metergeld  vom
10.  September  ab  um  3  Mark  pro  laufendes  Meter  gekürzt.
Flöz  Gustav,  Kohlennummer  147,  betrug  der  verdiente
Lohn  im  Monat  August  6,20  Mk.  pro  Schicht.  Für  das  laufende
Meter  und  für  die  Holzpfeiler  wurden  5  Mk.  in  Abzug  gebracht.
Im  Flöz  Elise,  Kohlennummer  163,  wurden  am  24.  August
40  Pf.  pro  Wagen  abgezogen,  bis  zum  24.  August  hatte  die
Kameradschaft  ungefähr  7  Mk.  verdient.  Durch  diesen  Gedingeabzug
  fiel  der  Lohn  bis  Ende  August  auf  6,20  Mark.
Im  Flöz  Präsident,  Kohlennummer  202,  betrug  der  vom
Steiger  geschriebene  Lohn  im  Monat  August  6,15  Mk.,  der  wirklich ­
  verdiente  Lohn  jedoch  nur  4,40  Mk.  Auch  hier  wurden  ab
1.  September  10  Pf.  auf  den  Wagen  Kohlen  in  Abzug  gebracht.
Im  Flöz  Präsident,  Kohlennummer  200,  verdiente  die  Kameradschaft ­
  im  Monat  August  5,80  Mark.  Hier  wurde  das  Gedinge ­
  um  10  Pf.  pro  Wagen  Kohlen  gekürzt.
            
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