Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Eingabe der Vorstände der vier Verbände der Bergarbeiter 
Deutschlands um baldige Schaffung eines Reichs- 
Knappschaftsgesetzes. 
B o ch u m, den 20. Oktober 1915. 
An Len Hohen Reichstag und den Hohen Bundesrat, Berlin. 
Unterzeichnete Vertreter der vier Bergarbeiterverbände er 
suchen im Aufträge der organisierten Bergarbeiterfchaft den 
Reichstag, dahin zu wirken, daß baldigst der Entwurf eines 
Knappschaftsgesetzes vorgelegt wird. In diesem Knappschafts- 
gesetz soll die Anordnung zur Verschmelzung der bestehenden 
Knappschaftspensionskassen zu einem Reichsknappschaftsverein 
enthalten sein. Die Verschiedenartigkeit der Verhältnisse ist 
durch die Einführung von Zweiganstalten für die einzelnen Be 
zirke und verschiedenen Beitragsklassen, ähnlich wie bei der 
Reichsinvalidenversicherung, ausreichend zu berücksichtigen. So 
wohl der Hohe Reichstag wie auch der Hohe Bundesrat werden 
gebeten, einem solchen Gesetze zuzustimmen. 
Gründe: Das deutsche Knappschaftswesen leidet an einer zu 
großen Zersplitterung. Während die reichsgesetzliche Jnvaliden- 
Versicherung eine einheitliche Organisation für das ganze Reichs 
gebiet vorsieht, bestehen auf dem Gebiete des Knappschaftswesens 
für die verschiedenen Bergbaubezirke nicht selten sogar für ein 
zelne Werke besondere Knappschaftsvereine. Nach der letzten 
Statistik bestanden zu Beginn des Jahres 1913 folgende Vereine: 
Zahl der Vereine 
Zahl der Mitglieder 
in Preußen 
62 
904 817 
in Sachsen 
3 
33 897 
in Bayern 
22 
13 561 
in Württemberg 
3 
2 431 
im Großherzogtum Hessen 
5 
2 913 
im Herzogtum Braunschweig 
3 
4 627 
im Herzogt. Sachsen-Meiningen 
1 
65 
im Herzogt. Sachsen-Altenburg 
1 
4 071 
im Herzogtum Anhalt 
1 
5120 
im Fürstentum Waldeck 
1 
114 
im Fürstentum Schwarzburg 
1 
75 
in Elsaß-Lothringen 
8 
38 024 
zusammen 111 1009 616 
Viele von den bestehenden Vereinen sind schon ihrer geringen 
Mitgliederzahl wegen nicht genügend leistungsfähig. Nach einer 
Statistik des Herrn Dr. Zimmermann vom Allgemeinen Knapp- 
schaftsveiein zu Bochum waren am Ende des Jahres 1913 in 
Preußen vorhanden:
	        
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