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Hauptzeuge hat sogar dem gegenüber bekunden müssen, daß er in einer
Bergarbeiterversammlung, in der die genannten Vorgänge erwähnt
worden seien, bezüglich der Zeche Prosper I mit Bestimmtheit Liesen
Behauptungen entgegengetreten wäre und seinersets das Gegenteil
behauptet hätte.
Irgend eine strafbare Handlung einer Militärperson oder Zivil
person kommt daher nicht in Frage.
Auf Befehl des Gerichtsherrn:
(Unterschrift unleserlich), Kriegsgerichtsrat.
21. Dezember 1915.
An das Königliche Oberbergamt zu Dortmund.
Unterzeichnete erlauben sich, dem Königlichen Oberbergamt
folgende Beschwerden zu unterbreiten:
Sowohl schriftlich wie mündlich werden bei uns Klagen über
die Beschaffenheit des zurzeit auf den Gruben verwandten Ge
schosses vorgebracht.
So wird behauptet, daß nach dem Abschießen, besonders mit
dem Geschoß „Carbonit 11", starke Flammen aus dem Bohrloch
schlagen, die schon Kohle, sogar Stempelholz, angezündet hätten.
Es ist selbstverständlich, daß durch Verwendung dieser aus
flammenden Geschosse die so großen Gefahren, die der Bergbau
mit sich bringt, noch vermehrt werden. Wir wissen wohl aus der
Besprechung am 7. d. Mts. im Handelsministerium, daß das
Sprengmaterial, das früher im Grubenbetriebe zur Verwendung
kam, durch den ungeheuren Heeresbedarf knapp ist, dies darf aber
nicht dazu führen, daß heute mit Geschossen gearbeitet werden
muß, die aus Grund ihrer Zusammensetzung Leben und Gesund
heit der Arbeiterschaft bedrohen.
Denn nicht nur über das Flammenschlagen des Geschosses
klagen die Bergarbeiter, sondern auch, daß die Nachschwaden
heute so giftig seien, daß Uebelkeit, Schwindel und Erbrechen die
Folge von geringfügiger Einatmung seien. Auf Zeche Hannover
Beschäftigte schreiben sogar den Tod eines Kameraden den Wir
kungen des giftigen Schwadens zu.
Ferner wird uns mitgeteilt, daß aus Zeche Deutscher Kaiser
sehr viele fremdsprachige Arbeiter als Schlepper verwendet
werden. Diese schlössen trotz Anordnung der Steiger die Wetter
türen nicht, da sie das ihnen Anbefohlene nicht verständen, weil
sie der deutschen Sprache nicht mächtig seien. Durch das Offen
stehen der Wettertiiren wird die Wetterführung gestört, die Gase
sammeln sich vor der Arbeit an, die Drahtkörbe der Wetter-