Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

151 
Das Rauchen der nicht der deutschen Sprache mächtigen Arbeiter 
ist auf den Schachtanlagen der Gewerkschaft Deutscher Kaiser in der 
Grube noch nicht festgestellt worden. Auf das Verbot des Rauchens 
werden diese Leute eindringlichst hingewiesen. 
In ähnlicher Weise wie den Gefangenen werden auch den der 
deutschen Sprache nicht mächtigen Arbeitern die wichtigsten Bestim 
mungen der Bergpolizeiverordnungen bekannt gegeben. (Unterschrift.) 
Eingabe an das Oberbergamt zu Dortmund 
um Vermittlung in der Lvhnfragc. 
Eine gemeinsame Sitzung der Vorstände der Bergarbeiter- 
organisationen beschloß einstimmig, folgende Eingabe an das 
Kgl. Oberbergamt zu Dortmund zu richten: 
Essen, den 30. Dezember 1915. 
An das König!. Oberberganit zu Dortmund. 
Die unterzeichneten Organisationsvorstände bitten das Kgl. 
Oberbergamt zu Dortmund, ihnen zur Besprechung der Antwort 
des Zechenverbandes auf die Lohneingabe der Verbände bezw. 
zuni Zwecke der Vermittlung zwischen Zechenverband und Berg- 
arbeiterorganisationen eine Unterredung gewähren zu wollen. 
Vorstehend erwähnte Eingabe, die den Wunsch nach einer 
Lohnerhöhung von 10 bis 20 Prozent enthielt, wurde am 6. No 
vember 1915 dem Zechenverband übermittelt. Die Antwort auf 
die Eingabe trägt das Datum vom 2. Dezember. Die Organi 
sationen, die den Sitz ihrer Hauptverwaltungen in nächster Nähe 
des Sitzes des Zechenverbandes haben, gelangten jedoch erst am 
9. Dezember in den Besitz der Antwort. Dagegen war das Mini- 
sterium für Handel und Gewerbe in Berlin, wie sich anläßlich 
einer Besprechung von Bergarbeitervertretern im Handelsmini 
sterium zeigte, bereits am 7. Dezember im Besitz eines gedruckten 
Exemplars dieser Antwort. Schon diese Tatsache läßt eine Rück 
sichtnahme der organisierten Werksbesitzer auf die durch die 
Verbände vorgetragenen, gewiß nicht unbescheidenen Wünsche der 
Bergarbeiter sehr vermissen. Aber auch der Inhalt der Antwort 
des Zechenvcrbandes ist für die Bergarbeiter wenig entgegen 
kommend. 
Die Antwort beschränkt sich unter Anführung einer Reihe 
von Zahlen über Belegschaftsverschiebungen, die von den Organi 
sationen nicht nachgeprüft werden können, und unter Bezug 
nahme auf den Durchschnittslohn im 3. Vierteljahr 1916, im 
wesentlichen auf den Hinweis, daß eine Steigerung der Löhne 
stattgefunden habe und eine weitere Steigerung stattfinden 
werde. Demgegeniiber sei nur kurz bemerkt, daß die auch von
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.