, Das Oberbergamt hat danach schon am 23. Juni 1916 verfügt,
daß die Wurmuntersuchung erst innerhalb der ersten 10 Tage
nach der Anlegung zu erfolgen braucht. Wenn diese Verfügung
unbedenklich ist, dann erübrigt sich die Wurmuntersuchung, denn
innerhalb 10 Tagen kann ein Wurmbehafteter die Grube verseucht
haben. Entweder ist die Wurmuntersuchung notwendig,
dann muß sie vor der Anlegung erfolgen, oder sie ist nicht notwendig,
dann soll man sie aufheben. Eine Wurmuntersuchung
innerhalb 10 Tagen nach der Anlegung erscheint uns zwecklos.
Derselben Ansicht sind auch die einheimischen Bergarbeiter, und
sie empfinden unter diesen Umständen die Beibringung des
Wurmattestes als eine Maßregel, um ihnen den Arbeitswechsel
zu erschweren.
Beschwerde über nicht ausreichende Nahrungsmittel.
(Telegramm vom 20. 5. 1916.)
Königliches Kriegsministerium, Abteilung A Z, Berlin.
Ergebenst unterzeichneter Vorstand gestattet sich, einem
hohen Kriegsministerium folgendes zu unterbreitein Infolge
der ungeheuer gestiegenen Lebensmittelpreise sowie des eingetretenen
Fleisch- und Fettmangels macht sich unter den Bergleuten
aller Bergreviere eine große Unzufriedenheit bemerkbar.
Vielfach hat sich die Unzufriedenheit mit den jetzigen Lohnverhältnissen
und der Lebensmittelteuerung schon in Streiks Luft
gemacht. In Oberschlesien kam es im April und Mai auf einigen
Gruben zu Streiks. Zuletzt streikte die Belegschaft der Preußengrube
von 2. bis 10. Mai. Auf dem Kaliwerk Hansa-Silberberg
bei Hannover kani es am 16. Mai zum Streik, weil die Verwaltung
den Arbeitern den versprochenen 25prozentigen Lohnzuschlag
für Ueberschichten nicht zahlen wollte. Die Angelegenheit
wurde durch Vermittelung des König!. Bergrevierbeamten
beigelegt. Weil die Bergarbeiter bei der jetzigen Teuerung mit
den Löhnen nicht mehr auskommen konnten, kam es am 16. Mai
im Saarrevier auf den drei Gruben Brefeld, Dudweiler und
Sulzbach zu Teilstreiks. Aus demselben Grunde streikt seit dem
l6. Mai im Waldenburger Berg-Revier die 3000 Mann starke
Belegschaft der konsolidierten Fuchsgrube. Zu befürchten ist
noch, daß weitere Belegschaften sich anschließen. Auch im Wurmrevier
ist wegen der hohen Lebensmittelpreise, dem Mangel an
Fleisch- und Fettwaren sowie der ungeregelten Verteilung große
Mißstimmung vorhanden. Eine am 14. Mai von über 100 Delegierten
besuchte Konferenz der Bergarbeiter verlangt energisch
Abhilfe, da sonst die weitere Grubenarbeit in Frage gestellt sei.