Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Bolkenhain-Jauer  ist  das  der  Fall.  Um  so  größer  ist  die  Erregung ­
  unter  den  Arbeitermassen  im  niedersckilesischen  Industriebezirk,
  die  nicht  nur  schwer  arbeiten  müssen,  sondern  auch  sehr
viel  Uebcrarbeit  in  den  Bergwerken  und  Munitionsfabriken
leisten  müssen.
Ich  bitte  ebenso  höflich  als  dringend,  dem  gesamten  Jndustriebezirk
  dieselbe  Kartosfelration  zuteil  werden  zu  lassen  bezw.
von  der  Zentralstelle  aus  mehr  Kartoffeln  dem  Kreis  Waldenburg ­
  zu  überweisen,  damit  die  Leute  existieren  und  ihre  Arbeit
leisten  können  und  damit  nicht  Sachen  passieren,  die  uns  allen
sehr  unangenehm  sein  müssen.
In  der  Hoffnung,  keine  Fehlbitte  getan  zu  haben,
grüßt  mit  vorzüglicher  Hochachtung!
H.  Sachse,  M.  d.  R.

Wurmuntersuchung.
Der  Vorstand  unseres  Verbandes  richtete  an  das  Oberbergamt ­
  in  Dortmund  folgendes  Schreiben:
Bochum,  den  17.  April  1916.
Ew.  Hochwohlgeboren!
Wir  erlauben  uns,  dem  Königlichen  Oberbergamt  folgendes
zu  unterbreiten:
Es  wurde  uns  mitgeteilt,  daß  in  der  letzten  Vorstandssitzung
des  Allaem.  Knappschaftsvereins  Bochum  am  13.  d.  Mts.  die
Sprache  aus  die  Wurmuntersuchung  von  Kriegsgefangenen  kam
und  dabei  von  berufener  Seite  mitgeteilt  wurde,  daß  die  russischen ­
  Kriegsgefangenen  nicht  vor  ihrer  Einfahrt  in  die  Grube
die  Wurmuntersuchung  durchmachen,  sondern  dies  erst  acht  Tage
nach  Beginn  der  Grubenarbeit  zu  geschehen  braucht.
Wir  nehmen  an,  daß  dies  dem  Kgl.  Oberbergamt  bekannt
ist,  und  erlauben  uns  deshalb  die  Frage,  ob  im  allgemeinen,
also  auch  für  die  einheimischen  Arbeiter,  andere  Anordnungen
getroffen  wurden,  als  sie  bisher  bestanden.
Es  wurde  immer  betont,  daß  aus  den  östlichen  Ländern  die
Wurmkrankheit  nach  Deutschland  eingeschleppt  wurde  und  deshalb ­
  die  Wurmuntersuchung  vor  Aufnahme  der  Bergarbeit  unbedingt ­
  nötig  sei.  Es  müssen  sich  nun  die  früheren  Anschauungen
über  die  Wurmkrankheit  geändert  haben,  wenn  man  heute  die
fremden  Arbeiter  tagelang  in  den  Gruben  beschäftigt,  ohne  daß
sie  sich  der  Wurmuntersuchung  unterzogen  haben.
            
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