103
habe. Dieses Ansinnen sei aber von dem, Herrn Grubenver
walter mit den Worten zurückgewiesen, er habe kein Geld, er
habe alles auf die Kriegsanleihe gezeichnet. Er (der Arbeiter)
solle sich an Steiger Gath wenden. Doch auch hier sei seine
Liebesmüh vergeblich gewesen. Der Arbeiter hat sich dann in
seiner Verzweiflung, da auch seine Frau krank darniederlag, an
den Ortsgeistlichen von Altenkirchen gewandt. Dieser erst hat
dann dem Arbeiter aus seiner Notlage geholfen. Bei einiger
maßen gutem Willen könnte hier sofort Remedur geschaffen
werden, denn es ist an und für sich schon eine besondere Härte,
wenn die Arbeiter zur nornialeu Zeit erst 6 Wochen arbeiten
müssen, bevor sie ihren verdienten Lohn erhalten, und soviel
härter trifft dieses die Arbeiter bei der heutigen teueren Zeit.
Wir bitten um wohlwollende Prüfung und Berücksichtigung
unserer Eingabe. Gern sind die Arbeiter bereit, notwendige
Opfer und Lasten auch weiter zu tragen; dieses muß ihnen aber
auch durch Gewährung oben genannter Teuerungszulagen er
möglicht werden.
Indem wir um wohlwollende Berücksichtigung der Wünsche
der Arbeiter ersuchen, zeichnet
Mit hochachtungsvollem Glückauf!
Ter Vorstand des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands.
# ❖ *
Eine Antwort auf diese Eingabe ist nicht erfolgt. Von den
Arbeitern der Grube Quäck und Florentine wurde uns aber mit
geteilt. daß für den nächsten Monat die Abschlagszahlung ein
geführt worden sei und daß der Lohn im Durchschnitt 30 Pf. für
die Arbeiter angezogen habe. Die Eingabe war also nicht ganz
ohne Erfolg, würde aber noch besser gewesen sein, wenn die Ar
beiter auf diesem Werk den Weg zur Organisation besser finden
würden. Leider hat es sich der Betriebsverwalter Kaldenbach
nicht verkneifen können, einige Maßregelungen von Kameraden
vorzunehmen, die er im Verdacht hat. dem Verfasser der Eingabe
das Material zugetragen zu haben.
Verhandlungen über Ernährungsfragen.
Die Vorstandsvertreter der vier gewerkschaftlichen Berg
arbeiterverbände hatten am Mittwoch, den 31. Mai 1916. eine fast
dreistündige Verhandlung mit Vertretern der Reichsregierung
über die Ernährungsschwierigkeiten in den Berg- und Hütten
il'