Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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habe.  Dieses  Ansinnen  sei  aber  von  dem,  Herrn  Grubenverwalter ­
  mit  den  Worten  zurückgewiesen,  er  habe  kein  Geld,  er
habe  alles  auf  die  Kriegsanleihe  gezeichnet.  Er  (der  Arbeiter)
solle  sich  an  Steiger  Gath  wenden.  Doch  auch  hier  sei  seine
Liebesmüh  vergeblich  gewesen.  Der  Arbeiter  hat  sich  dann  in
seiner  Verzweiflung,  da  auch  seine  Frau  krank  darniederlag,  an
den  Ortsgeistlichen  von  Altenkirchen  gewandt.  Dieser  erst  hat
dann  dem  Arbeiter  aus  seiner  Notlage  geholfen.  Bei  einigermaßen ­
  gutem  Willen  könnte  hier  sofort  Remedur  geschaffen
werden,  denn  es  ist  an  und  für  sich  schon  eine  besondere  Härte,
wenn  die  Arbeiter  zur  nornialeu  Zeit  erst  6  Wochen  arbeiten
müssen,  bevor  sie  ihren  verdienten  Lohn  erhalten,  und  soviel
härter  trifft  dieses  die  Arbeiter  bei  der  heutigen  teueren  Zeit.
Wir  bitten  um  wohlwollende  Prüfung  und  Berücksichtigung
unserer  Eingabe.  Gern  sind  die  Arbeiter  bereit,  notwendige
Opfer  und  Lasten  auch  weiter  zu  tragen;  dieses  muß  ihnen  aber
auch  durch  Gewährung  oben  genannter  Teuerungszulagen  ermöglicht ­
  werden.
Indem  wir  um  wohlwollende  Berücksichtigung  der  Wünsche
der  Arbeiter  ersuchen,  zeichnet
Mit  hochachtungsvollem  Glückauf!
Ter  Vorstand  des  Verbandes  der  Bergarbeiter  Deutschlands.
#  ❖  *
Eine  Antwort  auf  diese  Eingabe  ist  nicht  erfolgt.  Von  den
Arbeitern  der  Grube  Quäck  und  Florentine  wurde  uns  aber  mitgeteilt. ­
  daß  für  den  nächsten  Monat  die  Abschlagszahlung  eingeführt ­
  worden  sei  und  daß  der  Lohn  im  Durchschnitt  30  Pf.  für
die  Arbeiter  angezogen  habe.  Die  Eingabe  war  also  nicht  ganz
ohne  Erfolg,  würde  aber  noch  besser  gewesen  sein,  wenn  die  Arbeiter ­
  auf  diesem  Werk  den  Weg  zur  Organisation  besser  finden
würden.  Leider  hat  es  sich  der  Betriebsverwalter  Kaldenbach
nicht  verkneifen  können,  einige  Maßregelungen  von  Kameraden
vorzunehmen,  die  er  im  Verdacht  hat.  dem  Verfasser  der  Eingabe
das  Material  zugetragen  zu  haben.

Verhandlungen  über  Ernährungsfragen.
Die  Vorstandsvertreter  der  vier  gewerkschaftlichen  Bergarbeiterverbände ­
  hatten  am  Mittwoch,  den  31.  Mai  1916.  eine  fast
dreistündige  Verhandlung  mit  Vertretern  der  Reichsregierung
über  die  Ernährungsschwierigkeiten  in  den  Berg-  und  Hüttenil' ­

            
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