Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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hören, -es dürfe in keiner Weise eine Bevorzugung stattfinden, 
wenn der Mißstimmung der notleidenden Massen gesteuert wer 
den solle. Auch mit den Grenzsperren innerhalb Deutschlands 
(wobei besonders auf das lothringische und rheinpfälzische Nah 
rungsmittel - Ausfuhrverbot in das Saargebiet hingewiesen 
werden müsse) sei Schluß zu machen. Ueberhaupt müsse all 
gemein dafür gesorgt werden, daß wenigstens die laut Karten 
usw. den Arbeiterfamilien zugewiesenen Mengen an Fleisch und 
anderen fetthaltigen Nahrungsmitteln tatsächlich von den Be 
rechtigten erhältlich seien, was manchmal wochenlang nicht der 
Fall sei. Sodann sei es unbedingt erforderlich, den Arbeitern 
in der sogenannten Schwerindustrie, namentlich den Berg 
arbeitern und den Feuerbetriebsarbeitern ein erhöhtes Quantum 
an fetthaltiger Nahrung zuzuweisen. Andernfalls könnten diese 
besonders schwer arbeitenden Leute ihre aufreibende Tätigkeit 
nicht in der erforderlichen Weise fortsetzen. Die Arbeiter wüßten, 
was in dieser schweren Zeit für sie und die Allgemeinheit auf 
dem Spiele stünde, gern seien sie zur vollen Pflicherfüllung be 
reit. Wenn aber dem Körper bei der schweren Anstrengung nicht 
die absolut nötigen Ernährungsstoffe zugeführt würden, dann 
könne auch der beste Wille nichts helfen. Schließlich wünschten 
die Arbeitervertreter auch ein höheres Quantuni von Waschseife 
für die Bergarbeiter, welche sich bekanntlich täglich den ganzen 
Körper von dem Schmutz und Schweiß reinigen müßten. Die 
Seifenpreise hätten eine ungeheuerliche Höhe erreicht, sie seien 
einfach unerschwinglich zu nennen. 
Herr Staatssekretär vr. Helfferich erklärte den Arbeiter- 
Vertretern, er werde den vorgetragenen Beschwerden und Wün 
schen sein ganz besonderes Interesse zuwenden, schon weil es sich 
um Arbeitergruppen handle, deren Leistungsfähigkeit zu erhal 
ten absolut notwendig sei. Leider wären die beiden letzten 
Ernten schlecht gewesen, das Manko laste nun auf dem Land bis 
zur neuen, voraussichtlich besseren Ernte. Das müsse berücksich 
tigt werden. — In ausführlicher Weise legte dann der Präsident 
des Kriegs-Ernährungsamtes, Herr von Batocki, die gegen 
wärtigen Verhältnisse auf dem Lebensmittelmarkte dar. Die 
Lebens- und Futtermitteleinfuhr sei uns bis auf ein geringes 
Minimum abgeschnitten. Der ältere Viehbestand sei stark redu 
ziert worden, die neue Aufzucht noch nicht schlachtreif. Notge 
drungen müsse deshalb mit den noch knappen Fleisch- und Fett 
warenvorräten sehr sparsam gewirtschaftet werden; zum Herbst 
aber dürfe auf einen weit stärkeren Viehauftrieb gerechnet 
werden. Inzwischen solle und müsse alles geschehen, was sich für 
eine bessere Versorgung der Berg- und Hüttenwerksarbeiter mit 
Fleisch und Fleischwaren zu erschwinglichen Preisen nur eben
	        
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