Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Auf  den  Zechen  Carolus  Magnus  und  Neu-Cöln  in  Essen-Borbeck
ist  es  vergangene  Woche  dieserhalb  schon  zu  kleinen  Streiks  gekommen. ­
  Unsererseits  wird  alles  getan,  um  die  Bergarbeiter
aufzuklären  und  sie  zu  ersuchen,  sich  mit  den  vorhandenen  Lebensmitteln ­
  einzurichten.  Wenn  aber  solche  Schärfen  hervortreten,.
wie  e§,  auf  Dahlhauser  Tiefbau  jetzt  zu  verzeichnen  ist,  dann
helfen  alle  Beschwichtigungsversuche  nicht,  denn  wenn  die  Bergleute ­
  schließlich  nicht  mehr  können  und  ihnen  auch  noch  diese
Zusatzbrotkarten  vorenthalten  werden,  dann  kann  man  schließlich
für  nichts  mehr  garantieren.
Wir  bitten  also  nochmals  um  Abhilfe,  denn  es  liegt  doch
im  Interesse  der  Landesverteidigung,  daß  die  Bergarbeiter  nicht
nur  ihrer  Arbeit  nachgehen  können,  sondern  auch  in  der  Lage
sind,  sich  einigermaßen  zu  ernähren  und  ihrem  Körper  die  Kräfte
wieder  zuzuführen,  die  sie  bei  ihrer  schweren  Arbeit  verbrauchen.
Hochachtungsvoll  ergebenst!
Vorstand  des  Verbandes  der  Bergarbeiter  Deutschlands.

Eingabe  wegen  Mißhandlung  von  Kriegsgefangenen.
Bochum,  den  11.  Juli  1916.
An  Se.  Exzellenz  den  kommandierenden  General  des  7.  Armeekorps, ­
  Münster.
Ew.  Exzellenz!
Der  ergebenst  unterzeichnete  Vorstand  des  Verbandes  der
Bergarbeiter  Deutschlands  steht  sich  genötigt,  in  nachstehend  geschilderter ­
  Sache  das  hochwohllöbliche  Generalkommando  anzurufen. ­

Belegschaftsmitglieder  des  Steinkohlenbergwerks  Westerholt
in  Westerholt  machen  uns  die  Mitteilung  über  Mißhandlung
von  Kriegsgefangenen  und  ersuchen  uns,  den  maßgebenden
Stellen  davon  Mitteilung  zu  machen.  Es  ist  uns  natürlich  nicht
möglich,  nachzuprüfen,  ob  der  Bericht  vollständig  den  Tatsachen
entspricht,  doch  wird  es  dem  hochwohllöblichen  Generalkommando
ein  leichtes  sein,  durch  eine  Untersuchung  den  Sachverhalt  klarzustellen. ­
  Unsere  Gewährsmänner  berichten,  daß  am  26.  Juni
kriegsgefangenc  Russen  und  Franzosen  die  Anfahrt  zur  Morgenschicht ­
  verweigerten:  als  Grund  der  Arbeitsverweigerung  sollen
sie  angegeben  haben,  zwei  Tage  ohne  Brot  zu  sein.  Man  habe
diese  Leute  auch  ruhig  bis  1  Uhr  mittags  in  der  Waschkaue  sitzen
lassen,  worauf  man  sie  nach  der  Baracke  zurückbrachte.  Die
Kriegsgefangenen,  welche  Mittagsschicht  hatten,  die  man  in  die
Waschkaue  führte,  verweigerten  auch  die  Anfahrt  und  soll  man
            
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