Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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gdjt  das  keinem  Arbeiter  und  braucht  kein  Werk  einen  besonderen
Hinweis.  Aber  die  25  Pfg.  sind  in  die  80  Pfg.  eingerechnet.  Das  halten
die  Arbeiter  für  uugerech!  und  angesiMs  der  kolossalen  Teuerung  muß
man  den  Arbeitern  Recht  geben.  Herr  Direktor  Sander  von  Hermann ­
  II  in  Girützrhüdien  äußerte  sich  wie  uns  mitgeteilt  wird,  vor
einigen  Wochen  sogar  dahingehend,  daß  die  Syndikatszulage  nur  bei
Karnallitfördernng  zu  zahlen  sei.  Höher  gehts  nimmer  Einige  Kaliwerke ­
  haben  auch  die  Notlage  der  Arbeiter  infolge  der  Teuerung  anerkannt ­
  und  haben  erfreulicherweise  kürzlich  neue  Teuerungszulagen
bewilliai..
Wir  b-tten  Sie,  Herr  Meyerstein,  dahin  zu  wirken,  daß  alle  Werke
Ihres  Vereins  eine  neue  Teuerungszulage  bewilligen.  Die  Lebensmrttelpreise
  steigen  so  ungeheuer,  daß  eine  kräftige  Ernährung  des  Arbeiters, ­
  der  so  schwer  arbeiten  muß  wie  die  Bergleute,  mit  6  Mark
und  wenig  darüber  nicht  zu  ermöglichen  ist.  Die  Hauer  im  Bergbau,
also  die  bestbezahlte  Kategorie,  haben  im  ClauLthaler  Kaligebiet  im
3.  Vierteljahr  laut  amtlicher  Statistik  nur  6,08  Mark  verdient  gegen
5,76  Mark  im  2.  Vierteljahr.  Die  Zulagen  sind  demnach  recht  knapp
ausgefallen.  Im  westfälischen  Kohlengebiet  verdienten  die  Häuer  im
8.  Vierteljahr  8,50  Mark  pro  Schicht,  und  diese  klagen  auch  noch,  und
mit  Recht,  daß  sie  sich  damit  nicht  gehörig  ernähren  können.  Kostet
doch  1  Pfund  Käse  schon  3,80,  4  Mark  und  darüber,  1  Hering  35
bis  50  Pfg.,  Bückinge  bis  80  Pfg.  das  Stück,  Wurst  von  den  Gemeinden
perkauft.  3,50  Mark,  auch  über  4  Mark.  Einige  Bergwerksgesellschafter,
gaben  kürzlich  Spea,  das  Pfund  zu  4,80  Mark  und  sogar  zu  6,50  Mark
an  ihre  Arbeiter  ab.  Von  Rüben  und  dem  geringen  Quantum  Brot
rind  Kartoffeln  kann  kein  Arbeiter,  am  allerwenigsten  der  schwerarbeitende
  Bergmann  leben.  Er  muß  Fleischwaren,  Fett  und  Käse  dazu
haben.  Hat  er  dann  solche  exorbitanten  Wächerpreise  zu  zahlen,  so
muß  der  Lohn  entsprechend  höher  sein.  Die  Regierung  schafft  weder
solche  unentbehrlichen  Lebensmittel  in  genügender  Menge,  noch  zu  annehmbaren ­
  Preisen  herbei.  Tut  sie  daß  nicht,  oder,  was  nian  nun
annehmen  mutz,  kann  sie  das  nicht,  so  mutz  der  Lohn  entsprechend  erhöht
werden.  Wir  bitten  nochmals  dringend,  dahin  wirken  zu  wollen,  daß
neue  Teuerungszulagen  bewilligt  werden."
Der  Erfolg  war  folgender:
Im  Februar  1617  fand  im  Reichsamt  des  Innern  eine
Sitzung  statt,  in  der  über  die  Beschwerden  beraten  wurde,  die
von  unserem  Kameraden  Sachse  und  anderen  sozialdemokratischen ­
  Abgeordneten  im  Reichstag  in  den  Kommissionssitzungen
vorgebracht  worden  waren.  In  dieser  Sitzung  wurden  nun  betreffend ­
  der  Löhne  der  Kaliarbeiter  folgende  Richtlinien  festgelegt: ­

Es  hat  jeder  Arbeiter  und  jede  Arbeiterin  pro  Schicht  25  Pfg.
Syndikatszulage  zu  erhalten,  welche  als  solche  dem  Arbeiter
kenntlich  zu  machen  ist  und  auf  die  früher  gewährten  und  durch
das  Gesetz  bewilligten  Zulagen  keinesfalls  aufgerechnet ­
  werden  darf!  Der  Arbeiter  erhält  also  seinen  Lohn,
ferner  die  verschiedenen  Zulagen  und  dazu  die  Syndikatszulage
            
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