Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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von 25 Pfg. Eine Prüfung soll feststellen- ob die Lohner 
ilöhungen dem Gesetze entsprechen. In einem Rundschreiben des 
Vereins deutscher Kali-Interessenten wird darauf hingewiesen, 
das; diese 25 Pfg. Syndikatszulage seinerzeit gewährt wurden, 
um nun auch solche .Kaliarbeiter auf den einzelnen Werken, die 
den Durchschnittslohn nach den gesetzlichen Bestimmungen nebst 
der gesetzlichen Zulage schon erreicht oder überschritten hatten, 
nicht leer ausgehen zu lassen. Anch sie sollten sich einer Zulage 
erfreuen. Damit ist ein langer Streit im Kalibergbau gemildert 
und zum Teil auch beseitigt worden, denn es steht in der Tat 
fest, daß verschiedene Werke durch ihre Auslegung des Gesetzes 
die Kaliarbeiter geschädigt haben. Ferner nahmen jene Werke 
die Nachzahlungen vor, die mit den verpflichteten Bewilligungen 
zurückgeblieben waren, so daß die Kalibergleute samt und son 
ders nach langen Verhandlungen endlich zu ihren Rechten kom 
men. Dieser Ausgang der Angelegenheit ist hauptsächlich dem 
unermüdlichen und energischen Vorgehen des Verbandes und 
seines Vorsitzenden, der als Abgeordneter in der Kaligesetzgebung 
tätig war, zu verdanken. 
Eingabe der vier Bergarbeiterorganisationen wegen ander 
weitiger Regelung der Ueberarbeit im Bergbau. 
Bochum, Essen, Oberhausen, den 7. Februar 1917. 
An Se. Exzellenz, den Präsidenten des Kriegsamts 
Herrn Generalleutnant Groener, Berlin. 
Die ergebenst unterzeichneten Bergarbeiterorganisationen 
erlauben sich, Ew. Exzellenz folgendes zu unterbreiten: 
Die infolge der langen Dauer des Krieges an die Berg-. 
Werksindustrie gestellten hohen Anforderungen haben es mit sich 
gebracht, daß auch die Arbeitskraft der Bergarbeiter sehr stark 
in Anspruch genommen wird. Ein erheblicher Teil der im besten 
Atter stehenden Arbeiter hat dem Rufe zur Verteidigung des 
Vaterlandes Folge leisten müssen. Es sind dafür nichtbergmän- 
nische Arbeiter aus anderen Industrien und Berufen, internierte 
feindliche Ausländer und Kriegsgefangene angelegt und zur 
Grubenarbeit herangezogen worden. Diese Arbeitskräfte 
wurden den eigentlichen Bergarbeitern zugeteilt und wurde da 
durch deren Verantwortlichkeit bei den großen Berufsgefahren 
des Bergbaues noch erhöht. Außerdem machten die Gruben 
verwaltungen überall den Versuch, durch Einlegung von Ueber-, 
Neben- oder Sonntagsschichten den durch die zahlreichen Ein 
berufungen eingetretenen Produktionsausfall, zu decken. Daß 
die Bergarbeiterschaft dieser vaterländischen Pflicht bisher gern 
nachgekommen ist, beweist schon die Zahl der im Durchschnitt 
von jedem Arbeiter verfahrenen Schichten. Während im Ruhr- 
revier im zweiten Vierteljahr 1914 auf jeden Arbeiter 77 Schich-
	        
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