Object : Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

Überwälzung  des  Goldbedarfs  von  ben  Kassen  der  Bank  von  Frankreich ­
  aris  den  freien  Verkehr.  Diese  Überwälzuilg,  welche  auf  den
ersten  Blick  als  erwünscht  erscheinen  niag,  ist  ill  lilehrsacher  Hinsicht
nachteilig.  Die  Bank  verliert  dell  Überblick  über  die  internationale
Goldbewegung;  ferner  werdeil  statt  Goldbarreil  lnld  ausländischer
Goldmünzen,  welche  die  Bank  liefern  könnte,  inläildische  Goldmünzen
zur  Ausfuhr  verwendet,  wobei  die  Prägekosten  verloren  gehen;
schließlich  suchen  die  Arbitrageure,  da  es  für  das  Ausland  nicht  auf
den  Nenllwert,  sondern  ans  den  effektiven  Goldgehalt  der  Müllzen
ankolnmt,  die  vollwichtigstell  Stücke  aus,  was  zu  einer  Verschlechterung
des  im  Lande  bleibenden  Golduinlaufs  führt.  Dazu  kolnmt,  daß
die  Überwälzullg  der  ausländischen  Goldnachfrage  aus  dell  freien
Verkehr  für  die  Bank  selbst  kamil  einen  dauernden  Vorteil  im  Gefolge
hat.  Durch  die  Entnahme  großer  Summen  von  Goldmünzen  aus
dem  freien  Verkehr  entsteht  im  Geldumlauf  eine  Lücke,  welche  die
Centralbank,  solange  sie  Gold  für  dell  Jnlalldsverkehr  abgiebt,  nicht
umhin  sann  auszufüllen,  soweit  sich  diese  Lücke  ilicht  durch  eine  Verminderung ­
  des  Rückflusses  voll  Gold  aus  bent  freien  Umlauf  zur
Bank  voit  selbst  ausfüllt.
In  der  That  hat  der  angeblich  durch  die  Prämienpolitik  ganz
besonders  geschützte  Goldbestand  der  Bank  von  Frailkreich  in  den
letzten  Jahren  eine  nicht  unwesentliche  Vernliilderllng  erfahren,  wie
aus  folgenden  Zahlen  hervorgeht.  Im  Jahre  1895  war  der  höchste
Stand  des  Goldvorrates  der  Bank  von  Frankreich  2150  Millionen
Fres.,  im  Jahre  1898  war  sein  höchster  Stand  nur  1941  Millionen
Fres.,  und  zwar  wurde  er  in  der  ersten  Bilaitz  dieses  Jahres  nachgewiesen;
  er  hat  sich  seither  fortgesetzt  weiter  vermindert  und  hat  in
den  letztell  Übersichtell  seinen  Tiefpunkt  mit  1834  Millionen  Fres,
erreicht.  Ein  gewisser  Stillstand  ist  erst  eingetreten,  seitdem  die
Bailk  die  erwähnte  Diskonterhöhlmg  vorgenommen  hat.  —
Die  Tendenz  der  Abwälzung  der  Goldnachfrage  ails  den  freien
Umlauf  besteht  allch  bann,  weitn  sich  die  Prämie  teilweise  auf  dell
Verkehr  fortpflaltzt.  Sie  hört  auf  zu  wirken,  sobald  sie  sich  ill  ihrer
vollen  Höhe  auf  den  Verkehr  überträgt.
In  diesen  beiden  Fällen  wird  thatsächlich  die  Beschaffmlg  mtd
Versendung  von  Gold  verteuert.  Aber  was  bedeutet  diese  Verteuerung ­
  ?  —  Etwa  eine  Belastung  der  Arbitrageure?  —  Keinesfalls;
denn  die  Gewinne  der  Edelmetallabitrage  finb  infolge  der  großen
Konkurrenz  und  der  absoluten  Sicherheit  des  Geschäftes,  das  weniger
als  irgend  ein  anderes  auf  Spekulatiou  beruht,  überaus  gering.
            
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