Full text : Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

128

Ein  ähnliches  Verhalten  zeigen  die  Kurse  London—Paris.  Die
Parität  zwischen  der  französischen  imb  englischen  Valuta  ist=25,22  Fcs.
Ottomar  Haupt  berechnet  den  für  Frankreich  ungünstigen  Goldpunkt ­
  auf  25,345.  Der  Check  auf  Paris  ist  jedoch  im  Laufe  dieses
Jahres  in  London  zeitweise  mit  25,40  Fres,  für  1  F  notiert  worden.
Die  Goldprämie  bewirkt  also,  soweit  sie  thatsächlich  die  Goldausfuhr ­
  verteuert,  zunächst  nicht  ein  Unterbleiben  der  Goldausfllhr,
sondern  eine  Verschlechterung  der  auswärtigen  Wechselkurse.  Die
Goldprämie  wird  also  nicht  von  der  Arbitrage  getragen,  sondern
von  denjenigen,  welche  Waren  aus  dem  Ausland  importieren  oder
solche  Waren  konsumieren,  bei  einein  Lande  wie  Frankreich  also  in
der  Hauptsache  voir  den  Koirsumenten  von  Nahrungsinitteln  und  von
ben  SnbustneKen,  me^e  ans  ben  %eguQ  frember  Mo^toffe  migemiefe»
find.  —
ßrßebnia  ist  nid^ta  aia  bei:  Äuabrud  ber  aííen  ^eiaŞetl,
daß  ein  protektionistischer  Schutz  des  Goldvorrates,  wie  er  durch  die
Prämienpolitik  erstrebt  wird,  nur  auf  Kosten  der  Stabilität  der
Valuta  erreicht  werden  kairn.  Die  Verhiirderung  des  Goldexports
ist  nur  möglich  bei  Ländern  mit  Zwangsknrs,  bei  welchen  die  Centralbanken ­
  die  Herausgabe  vollwertigen  Geldes  überhaupt  verweigern.
Hier  äußert  sich  jede  Steigerung  der  Nachfrage  nach  Zahlungsmitteln
für  das  Ausland  in  einer  Entwertung  der  heimischen  Valuta  gegenüber
dem  Gelde  des  Weltmarktes.  Die  französische  Goldprämie  ist  thatsächlich ­
  nichts  anderes  als  ein  Zwangsknrs,  gemildert  durch  den
starken  französischen  Kredit  und  die  überaus  günstige  französische
Zahlungsbilanz.  Sie  beruht  in  ihrem  Wesen  auf  der  Verweigerung
der  Noteneinlösung  in  vollwertigem  und  mithin  exportfähigem  Geld.
Solange  Frankreich  nur  ausnahmsweise  Zahlungen  an  das  Ausland
zu  leisten  hat,  während  die  Zahlungsbilanz  überwiegend  zu  seinen
Gunjten  steht,  ist  es  möglich,  die  Goldprämie  aus  kürzere  Zeiträume
und  eine  ungefährliche  Höhe  zu  beschränken.  Ihre  Anwendung  unter
weniger  günstigen  Verhältnissen  würde  die  Stabilität  der  Valuta
gänzlich  aufheben.  —
Bisher  haben  wir  nur  nachteilige  Wirkungen  der  Goldprämie
feststellen  können,  ohne  dabei  zu  sehen,  ob  und  wie  mit  diesen  Nachteilen ­
  ein  Unterbleiben  oder  wenigstens  eine  Beschränkung  des  Goldabflusses ­
  erreicht  wird.  Wir  haben  vielmehr  nachgewiesen,  daß  die
Verteuerung  der  Goldansfuhr  an  sich  kein  Unterbleiben  der
Goldausfuhr,  sondern  nur  größere  Abweichungen  der  Wechselkurse
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.