Full text : Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

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Wenn  sich  die  Arbitrage  mit  1 /a  °/oo  Gewinn  begnügt,  wie  soll  sie
da  8  °/oo  Prämie  tragen  können?  —
Dann  ist  die  Wirkung  also  wohl  ein  Unterbleiben  der  GoldauafuŞi?
  __  Dü  &mte,  me#e  bei  unë  bie  ŞtäMÛenpoÌitt(  befürworten,
  bejahen  diese  Frage;  denn,  so  argumentieren  sie,  sobald
die  Goldausfuhr  für  den  Arbitrageur  nicht  mehr  lohnt,  findet  sie
nicht  statt.  Dabei  wird  jedoch  vorausgesetzt,  dafi  der  Wechselkurs,
welcher  vor  der  Erhebung  der  Prämie  die  Goldausfuhr  lohnend  erscheinen ­
  ließ,  derselbe  bleibt,  während  in  Wirklichkeit  die  Prämie
selbst  geeignet  ist,  eine  weitere  Verschlechterung  der  Wechselkurse  zu
bewirken. 1
Die  Wechselkurse  habeu  eben  das  Gesetz  ihrer  Bewegungen  nicht
in  sich  selbst,  sondern  sie  sind  das  Produkt  der  Verhältnisse,  welche
die  internationalen  Goldbewegungeil  beherrschen.  ails  Gründen
der  internationalen  Zahlungsbilanz  und  des  internationalen  Geldmarktes ­
  eine  Bargeldübertragung  aus  einem  Laild  in  ein  anderes
erforderlich,  so  ist  die  Folge,  daß  die  Wechselkurse  soweit  steigen,  bis
sie  die  Ausfuhr  von  Edelmetall  gestatten;  wird  diese  Grenze  durch
die  Verteueruilg  der  Goldausfuhr  in  Form  einer  Goldprämie  hinausgerückt, ­
  dann  ist  die  Folge  nicht  ein  Unterbleiben  der  Goldausfuhr  —
denn  die  Umstände,  welche  sie  notwelldig  machen,  bestehen  fort;  —
die  Wirkung  ist  vielinehr  llur  eine  abnorme  Verschlechterung  der  ausländischen ­
  Wechselkurse,  mit  anderen  Worten:  eine  zeitweilige  Valntaentwertung.

SDie  Statisti!  ber  ^e^^^eíWe  bestätigt  biefe  Bebnftion.
Wenn  die  Bank  von  Frankreich  ihre  Noten  ohne  Abzug  einer
Prämie  in  Gold  einlösen  würde,  könnte  der  Berliner  Wechselkurs
auf  Paris  niemals  nennenswert  unter  80,60  Mk.  pro  100  Fres,
stehen,  weil  bei  diesem  Kurs  die  Versendung  von  effektivem  Gold  von
Frankreich  nach  Deutschlaild  lohnend  wäre.  In  Wirklichkeit  ist  der
Berliner  ^e^^ieífnrë  ans  ^arië  &eitmeife  eri##  miter  biefen
theoretischen  „Goldpunkt"  hinabgesunken.  Seinen  tiefsten  Stand
mâ^enb  ber  gmei  ie^en  Milite  errei#  er  im  Begember  1887
mil  80,15.  ^e  miening  80,20  mib  80,25  ist  (iWger  oorgekommen.
  3m  3a#e  1887  mar  sogar  ber  bu##nitti#e  GurS
mit  80,50  niedriger  als  der  theoretische  GoldpunktS'

1  Das  giebt  auch  Landesberger  zu;  vergl.  a.  a.  O.  S.  104.
%  Vergl.  meine  Beiträge  zur  Geschichte  der  deutschen  Geldreform,
1898,  S.  508.
            
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