Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

—  246  —

Zeche  Scholven:
Lehn

246  6  P

ersone

>  Februar  19  W

pro  Schicht  8,80

168  5

Januar  1917

„  „  8,07

61  12

„

„  1917

„  „  8,64

350  11

November  1916

„  „  8,55

350  11

Dezember  1916

00

350  11

„

Januar  1917

„  „  8,44

Die  Liste  der  so  schlecht  entlohnten  Hauer  könnte  nach  den
ans  vorliegenden  Beschwerden  beliebig  verlängert  werden,  doch
streiten  die  Verwaltungen  beider  Zechen  die  schlechte  Entlohnung
der  dort  beschäftigten  Arbeiter  gar  nicht  ab,  sondern  verweisen
nur  auf  die  Minderleistung  in  den  letzten  Monaten,  woran  doch
die  Belegschaftsmitglieder  keine  Schuld  trugen.  Sache  der  Verwaltung ­
  mutz  es  sein,  dafür  zu  sorgen,  daß  der  Betrieb  richtig
geht  und  die  Arbeiter  nicht  durch  Betriebsstörungen  Schaden
erleiden.
Wir  ersuchen  nun  Ew.  Exzellenz,  Anordnungen  treffen  zu
wollen,  daß  auf  den  Möllerschächten  die  Forderung  auf  das
Ueberladen  (Bekränzen)  der  Kohlenwagen  in  Zukunft  unterbleibt ­
  und  auf  den  Zechen  Zweckel  und  Scholven  darauf  gesehen
wird,  daß  Hauerlöhne  unter  9  Mark  nicht  zur  Auszahlung  gelangen, ­
  sondern  entsprechend  den  Lohnaufbesserungen  auf  vielen
Privatgruben  des  Ruhrgebiets  Lohnsteigerungen  eintreten.  Dies
wird  zur  Beruhigung  der  genannten  Belegschaften  dienen.
In  der  Hoffnung,  daß  Ew.  Exzellenz  unsere  Eingabe  berücksichtigt ­
  und  uns  von  getroffenen  Anordnungen  Kenntnis  gibt,
zeichnen
(Folgen  Unterschriften.)

Teuerungszulage  im  Königreich  Sachsen.
Der  Vorstand  unseres  Verbandes  hat  am  14.  April  d.  Jsden
  Bergbaulichen  Verein.nochmals  daran  erinnert,  sich  endlich
zu  einer  Antwort  auf  die  Eingabe  vom  10.  Januar  betr.  einer
allgemeinen  Lohnerhöhung  zu  entschließen.  Die  Ungeduld  in
den  Kreisen  der  Bergarbeiter  wurde  immer  größer  und  kam  dieses
auch  in  einer  am  15.  April  in  Zwickau  stattgefundenen  Belegschaftsversammlung ­
  zum  Ausdruck.  In  dieser  Versammlung
wurde  die  Bezirksleitung  unseres  Verbandes  beauftragt,  unverzüglich ­
  in  einer  Eingabe  an  das  stellvertretende  Generalkommando ­
  in  Leipzig  die  Nichtberücksichtiguug  der  Lohneingabe
seitens  des  Bergbaulichen  Vereins  zur  Kenntnis  zu  bringen  und
die  Bitte  auszusprechen,  vermittelnd  einzugreifen.  Auf  diese
Eingabe  ist  folgendes  Telegramm  am  18.  April  bei  der  Bezirksleitung ­
  eingegangen:
            
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