Alphabetisches Verzeichnis.
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kleinen Hafenplatz Vigia Chico mit der 1921 noch 2250 Einwohner
zählenden Hauptstadt Santa Cruz del Bravo verband, war nach
dem Abzug der Truppen von den Indianern zerstört worden, mußte aber
neuerdings von ihnen wieder hergestellt werden. Die Hauptstadt, jetzt
fast unbewohnt, ist dem Verfall preisgegeben. Nur der Süden des Gebiets
ist im tatsächlichen Besitz der Mexicaner, Payo Obispo an der
Chetumalbucht ist die Hauptstadt geworden; Bacalar am See gleichen
Namens ist von Payo Obispo mit Motorboot erreichbar,
Von den Indianern leben etwa 1500 im Norden in der Nähe der
Ruinen von Tulum (der Stamm Tulüm Chumpön unter ihrem Caciquen oder
„General“ Juan Bautista Vega), etwa 2500 Individuen um Santa
Cruz del Bravo unter ihrem General Francisco Mai. Die dritte Gruppe
unter General Juan de la Cruz Ke in Icaiche dürfte nicht mehr als
30 Familien umfassen. Die Indianer haben noch ihre eigene Gerichtsbarkeit
und sind nicht in Gemeinden nach mexicanischem Muster zusammen-
geschlossen. Sie erheben auch wohl Abgaben für die Ausnutzung ihrer
Wälder an Hölzern und Chicle.
Was an Waldwerten ausgeführt wurde, bestand 1919-—1923 aus
10.499 Mahagoni- und Zedernstämmen und 1924 aus 365.700 kg Chicle.
Fischfang und Jagd sind von örtlicher Bedeutung“).
Der Staat San Luis Potosi liegt zwar in der Hauptsache im Ööst-
lichen Hochland, reicht aber ostwärts noch tief ins Tiefland hinab.
Er umfaßt 63.241 km? mit (1921) 445.681 Einwohnern (7°05 pro km”). Das
Klima ist im Osten heiß, der Rest des Landes gemäßigt bis kalt. In der
Hauptstadt San Luis Potosi 22° 9’ n. Br., 1877 m, 83.000 Einwohner)
jst die mittlere Jahrestemperatur 15°8° C (Mai und Juni 192, Januar 123),
der mittlere Regenfall 319mm (August 60:7, November 45), dagegen
regnet es in Paso Real in 21° 50’ n. Br. im Jahr 1081 mm (September 228°5,
Dezember 1‘4). Die Wälder sind noch reich an Holz; die Strauchsteppen
liefern Guayule (ca. 800 t im Jahr).
Der Bergbau förderte 1924 751 kg Gold, 119.660 kg Silber, 5,254.426 kg
Blei und 3,949.181 kg Kupfer, ferner 40t Manganerz und 9722 kg Queck-
silber.
Der Privatbesitz an Land war 1910 in Händen von 1745 Personen,
so daß 982% der ländlichen Familien besitzlos waren. Die Regierung
verlieh 1915-—1923 28 (von den 58) Gemeinden des Staates Ejidos. Der
Ackerbau liefert außer den gebräuchlichsten Feldfrüchten Zucker und
Kaffee aus dem Osten, 7000t Ixtlefasern, 784% Weizen und (1923: 1800
Faß) Pulque vom Hochland. Der Viehstand zählte 1924 54.400 Rinder,
12.990 Pferde, 76.521 (?) Maultiere, 23.538 Schweine, 69.015 Schafe und
89.972 Ziegen.
4) Informe (sobre el) Territorio Federal de Quintana Roo. Tacu-
baya 1925,