Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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nehmen,  weil  er  für  ein  halbes  Jahr  im  Bereiche  des  Oberhausener
  Arbeitsnachweises  ausgesperrt  sei.  Kunz  muß  deshalb
anderwärts  minder  bezahlte  Arbeit  verrichten.  Auch  regelrecht
kündigende  Arbeiter  werden  im  Oberhausener  Bezirk  von  anderen
Zechen  '  nicht  angenommen,  sondern  müssen  nach  anderen  Revieren ­
  übersiedeln.
3.  Der  Hauer  H.  Grosse  in  Altenessen,  Kaiserstr.  22,  welcher
jetzt  weit  nach  der  Zeche  zu  laufen  hat,  wollte  auf  einer  näher  gelegenen ­
  Zeche  Arbeit  haben.  Er  frug  deshalb  auf  den  Zechen
Alma  und  N  e  u  e  s  s  e  n  im  Essener  Revier  um  Arbeit  an.  Als
er  gefragt  wurde,  auf  welcher  Zeche  er  jetzt  arbeite  und  er  diese
Angabe  machte,  antwortete  man  ihm,  von  dieser  Zeche  dürften
sie  keine  Arbeiter  annehmen.
4.  Ebenso  wollte  der  Hauer  H.  Rühl  in  Eisen,  Klosterstr.  11,
auf  Zeche  Herkules  die  Arbeitsstelle  wechseln.  Als  er  vom
Betriebsführer  der  Zeche  Herkules  gefragt  wurde,  wo  er  jetzt
arbeite,  und  er  die  Zeche  Helene  nannte,  bekam  R.  zur  Antwort: ­
  „Von  dort  dürfen  wir  keine  nehmen."  Darauf  bemerkte
R.:  „Ich  denke,  die  Sperre  besteht  nicht  mehr!"  Der  Betriebsführer ­
  gab  ihm  zur  Antwort:  „Ach  was,  die  Sperre  besteht
noch."
5.  Der  Hauer  und  Sicherheitsmann  Dopiralla  wurde  im
November  d.  I.  auf  der  Zeche  Adolfv  on  Hanse  mann  in
Mengede  bei  Dortmund  wegen  Beleidigung  der  Zechenverwaltung, ­
  die  er  entschieden  bestreitet,  Plötzlich  entlassen.  Er  bekommt
auf  allen  Nachbarzechen  keine  Arbeit.
6.  Der  Hauer  Frommknecht  in  Rünthe  bei  Hamm  wurde
im  August  nach  mehrwöchiger  Krankheit  entlassen  und  hat  auf
den  Nachbarzechen  bisher  trotz  aller  Mühe  keine  Bergarbeit  erhalten. ­
  Er  muß  am  Kanalbau  arbeiten,  um  sein  Leben  zu
fristen.
7.  Im  Gelsenkirchener  und  Herner  Revier  zeichnen  sich  die
Zechen  A  l  m  a,  Rheinelbe,  H  i  b  e  r  n  i  a  und  Consolid
  a  t  i  o  n  durch  Aufrechterhaltung  der  gegenseitigen  Sperre  aus.
Vom  Revier  Witten  werden  uns  auch  noch  solche  Sperrmaßnahmen ­
  gemeldet,  daß  Nachbarzechen  selbst  regelrecht  kündigende
Leute  nicht  in  Arbeit  nehmen  dürfen.
Auch  die  Zechen  Recklinghausen  I  und  II,  Friedrich ­
  der  Große,  König  Ludwig,  B  I  u  m  e  n  t  h  a  l  I  und
II  halten  an  der  Sperre  fest  und  nehmen  gegenseitig  keine  Arbeiter ­
  von  den  Nachbarzechen  an.  Desgleichen  die  Zechen  T  r  em
  o  n  i  a  und  Dorstfeld  im  Dortmunder  Revier.
8.  Selbst  die  fiskalischen  Steinkohlenwerke
in  Barsi  n  g  h  aus  e  n  bei  Hannover  beteiligen  sich  noch  an
            
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