Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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regierunß  recht  bald  bekannt  gibt,  ob  auf  Staatshilfe  gerechnet
werden  kann,  damit  die  Bergarbeiter  wissen,  woran  sie  sind.
*  *  *
Auf  die  Eingaben  der  gewerkschaftlichen  Bergarbeiterverbände ­
  an  das  Kriegsernährungsamt  um  bessere  Versorgung  mit
Lebensmitteln  erhielten  diese  folgende  Antworten:
Berlin,  C>  2,  den  19.  Juli  1617.
„Auf  die  an  den  Herrn  Präsidenten  des  KriegSernährUngsamtes
gerichtete  und  durch  den  Herrn  Kriegsminister  an  mich  abgegebene
Eingabe  vom  29.  Juni  d.  Js.  erwidere  rch  ergebenst,  das;  mir  die
Lage  der  Bergarbeiter,  die  sich«  in  den  lehren  Wochen  infolge  der
Ungunst  der  Verhältnisse  verschärfen  mutzte,  wärm  am  Herzen  liegt.
Mit  Rücksicht  auf  die  Notwendigkeit  der  Aufrechterhaltung  und  weiteren ­
  Steigerung  der  Kohlenförderung  habe  ich  deshalb  den  Herrn
Regierungspräsidenten  der  Jndustriebezirke  eine  noch,  verfügbare
Menge  Nährmittel  und  Gemüsekonserven  zur  Verteilung  innerhalb
Ihrer  Bezirke  überwiesen  und  ihnen  durch  Drahterlatz  Anweisung
gegeben,  die  Kommunalverbände  zu  einer  Beschleunigung  der  Verteilung ­
  und  zur  möglichst  weitgehenden  Ausschüttung  der  örtlichen  Reserven ­
  anzuhalten.  Ich  weise  ferner  darauf  hin,  datz  durch  Verfügung
des  Herrn  Präsidenten  des  Kriegsernährungsamtes  die  Menge  des  als
Ersatz  für  die  fehlenden  Kartoffeln  zu  liefernden  Mehles  wesentlich
erhöht  ist.  Es  steht  zu  hoffen,  daß  es  gelingen  wird,  durch  diese  Matznahmen
  die  Lage  der  Bergarbeiter  erträglich  zu  gestalten,  bis  die
eintretende  Frühkariosfelversorgung  eine  allgemeine  Besserung  der  Ernährungs-Verhältnisse ­
  herbeiführt.
Ich  bitte  dieses  Schreiben  allen  Unterzeichnern  des  Schreibens  vom
29.  Juni  d.  Js.  mitzuteilen.
Ju  Vertretung:  gcz.  Gramsch."
„Aus  die  an  den  Herrn  Präsidenten  des  Kriegsernährungsamtes
gerichtete  und  an  mich  abgegebene  Eingabe  voni  31.  Mai  d.  Js.  erwidere
ich  ergebenst,  datz  eine  Einheitlichkeit  in  der  Höhe  der  Brotpreise  innerhalb ­
  des  gesamten  Rheinisch-Wechfälischen  Jndustriebezirkes  nach  den
von  mir  angestellten  eingehenden  Ermittelungen  sich  aus  wirtschaftlichen ­
  Gründen  zurzeit  nicht  in  dem  gewünschten  Matze  durchführen
läßt.  In  den  Kommunalverbänden  z.  B.,  welche  das  Recht  zur
wirtschaft  mit  Getreide  haben  und  deren  Kreis  aus  Gründen  der  notwendigen ­
  Sickerstellung  der  Versorgung  nicht  zu  weit  gezogen  werden
kann,  werden  die  Broipreise  —  ebenso  wie  übrigens  auch  die  Fleischpreise
  —  häufig  niedriger  bleiben  müssen  als  in  den  Kreisen  mit  geringer ­
  eigener  landwirtschaftlicher  Erzeugung-  Dies  trifft  Umsomehr
zu,  als  den  Kommunalverbänden  die  Möglichkeit,  selbständig  zu  wirtschaften ­
  und  die  Preise  den  örtlichen  Wirtschaftsbedingungeu  anzupassen, ­
  nicht  ganz  benommen  werden  kann.  Eine  verschiedene  Höhe  der
Brotpreise  hat  sich  'übrigens  auch  je  nach  Lage  der  örtlichen  Verhältnisse ­
  schön  im  Frieden  gezeigt.  Die  Regierungspräsidenten  werden
es  sich  jedoch  im  Benehmen  init  den  sie  beratenden  Ausschüssen  angelegen ­
  sein  lassen,  ungerechtfertigten  Preisunterschieden  entgegenzutreten
und  bei  den  ihnen  unterstellten  Komu.unalvervänden  aus  eine  möglichst
weitgehende  Vereinheitlichung  der  Brotpreise  dringen.  Das  Gleiche
trifft  auch  ans  die  Fleischpreise  zu.
            
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