Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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(fitiflitbc  um  Erhöhung  der  Kartoffelration.
Bochum,  Essen,  Oberhausen,  Wanne,  den  17,  November  1917,
An  das  Reichsernährungsamt,  Berlin  W.  8,
Die  Unterzeichneten,  Vertreter  der  vier  Bergarbeiterorganifationen,
  gestatten  sich,  das  Reichsernährungsamt  nochmals  dringend ­
  um  Erhöhung  der  Kartoffelration  von^7  Pfund  auf  10
Pfund  zu  ersuchen.  Die  Kartoffelration  von  7  Pfund  reicht  bei
dem  in  den  Jndustriebezirken  herrschenden  Mangel  an  anderen
Nahrungsmitteln  nicht  aus  und  besteht  die  dringende  Gefahr,
daß  die  Familien  der  Berg-  und  anderen  Schwerstarbeiter  die
eingekellerten  Vorräte  und  damit  die  für  später  gelieferten  Rationen ­
  vorzeitig  angreifen.  Von  den  Industriestädten  und  -Gemeinden ­
  werden  so  geringe  Lebensmittelmengen  geliefert,  daß
damit  nicht  auszukommen  ist.  Auch  Obst  und  Gemüse  ist  für
einen  großen  Teil  der  Bevölkerung  nicht  erhältlich.  Das  von  der
Gemeinde  gelieferte  ist  viel  zu  wenig-  Es  wird  also  entweder
zu  einem  vorzeitigen  Verbrauch  der  für  später  eingekellerten  Kartoffeln ­
  oder  zu  einem  weiteren  Kräfteverfall  der  Arbeiterschaft
kommen.  Beides  muß  verhindert  werden.
Wir  machen  das  Reichsernährungsamt  schon  jetzt  auf  die
Schwierigkeiten  aufmerksam,  die  bei  vorzeitiger  Verzehrung  der
eingekellerten  Kartoffeln  entstehen  werden.  Hungerausstände
und  große  Schäden  für  unsere  -  Kriegswirtschaft  und  unsere
Kriegführung  sind  sehr  wahrscheinlich.  Dies  muß  aber  im  kommenden ­
  Winter  unter  allen  Umständen  wegen  der  Folgen  für
unser  Vaterland  vermieden  werden.
Die  Kartoffelernte  ist  in  diesen!  Jahre  eine  so  gute  gewesen,
daß  die  10  Pfund  bei  gutem  Willen  geliefert  werden  können.
Der  Transportschwierigkeiten  wegen  muß  die  ausreichende  Belieferung ­
  der  Bevölkerung  jetzt  erfolgen,  um  die  Kartoffeln  später
nicht  Frostschäden  auszusetzen.  Bei  gutem  Willen  werden  sich
auch  die  zurzeit  bestehenden  Transportschwierigkeiten  überwinden
lassen.  Sollte  es  wirklich  unmöglich  sein,  für  die  ganze  Bevölkerung ­
  Deutschlands  10  Pfund  zu  liefern,  so  muß  dieses  Quantum ­
  doch  wenigstens  der  Bevölkerung  der  großen  Städte  und
Jndustriebezirke  zur  Verfügung  gestellt  werden,  da  diesen  Bevölkerungskreisen ­
  Ersatznahrungsmittel  fast  vollständig  fehlen.
Wir  ersuchen  auch,  dafür  Sorge  zu  tragen,  daß  der  jetzige  Kartoffelpreis ­
  nicht  in  die  Höhe  getrieben  wird.  Wird  uns  doch  mitgeteilt, ­
  daß  für  die  Kartoffelreferven,  die  nach  einem  rheinischen
Bezirk  zu  liefern  sind,  der  Wucherpreis  von  10—12  Mark  verlangt ­
  wird.,  Es  muß  unbedingt  verhindert  werden,  daß  das  einzige ­
  Nahrungsmittel/das  in  ausreichenden  Mengen  vorhanden
ist,  noch  durch  Wucherpreise  für  die  arbeitende  Bevölkerung  unerschwinglich ­
  wird.  Wir  müssen  im  Interesse  des  Durchhaltens
fordern,  daß  Kartoffeln  in  den  notwendigen  Massen  zur  Volks-
            
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