feincmy noch nichtrationierte oder für Kleidungsstücke oder HaushalknngsgegenstandL
notwendigen Ersatz zu beschaffen.
Denn die bisher bewilligten Teuerungszulagen werden von
den Werksverwaltungen vielen Arbeitern durch sogenannte
Scheingedinge zum erheblichen Teil wieder entzogen. So ist uns
u. a. aus der Belegschaft des Zwickau-Oberhohndorfer Steinkohlenbau-Vereins,
Schacht ll, mitgeteilt worden, daß dort im
Februar d. Js. nur ein geringer Teil der Belegschaft 70 Prozent
und darüber Gewinne erzielt hat; ein größerer Teil 39 bis
69 Prozent, und ungefähr ein Viertel der Belegschaft gar nur
bis 38 Prozent; das heißt, diese 38 Prozent wurden nicht verdient,
sondern von der Werksverwaltung wurden die erzielten
noch niedrigeren Gedinge am Monatsschluß einseitig, sozusagen
wohlwollender Weise, auf diesen Satz erhöht. Die Zimmerlinge
und Reparaturarbeiter' erhielten 30 bis 45 Prozent, die Tagesarbeiter,
einschließlich der jugendlichen, 8 bis 29 Prozent. Auch
von den Belegschaften anderer Werke wird über das System
der sogenannten Scheingedinge vielfache und lebhafte Klage geführt-
geringere Wichtigkeit legen die Belegschaften der Einführung
der achtstündigen Schichtzeit bei. Bei dem pflichtbewußten
Teil der Belegschaften geht das Urteil allgemein dahin,
daß ihre Leistungsfähigkeit bei der jetzigen langen Schichtzeit
und unzureichenden Ernährung immer mehr schwindet und dadurch
die Arbeitsergebnisse ganz bedeutend beeinträchtigt werden.
Tie gegenteiligen Behauptungen der Werksverwaltungen stehen
mit den diesbezüglichen Erfahrungen im Widerspruche. Auch die
Tatsache, daß einzelne Bergarbeiter sich auf Befragen Werksbeamten
gegenüber für die lange Schichtzeit erklärten, kann nicht
dahin gedeutet werden, daß die Belegschaften allgemein mit der
langen Schichtzeit einverstanden seien. Denn diese einzelnen
Arbeiter haben aus verschiedenen Gründen durchweg nicht den
Mut, den Werksbeamten ihre wahre gegenteilige Meinung direkt
zu sagen und sind sehr vielfach echte Drückeberger auf Kosten
ihrer Kanieraden. Daß bei den Belegschaften das Verlangen
nach Verkürzung der Scknchtzeit sehr stark ist, geht auch daraus
hervor, daß in den letzten Wochen auf mehreren Zwickauer Werken
(Bürgergewerkschaft, Zwickauer Steinkohlenbau-Verein,
v. Arnim'sche Werke; auf letzteren am l5. d. Mts. zum zweiten
Male innerhalb weniger Wochen) die Arbeiter einmütig mit Arbeitsniederlegung
drohten mit dem Ziele: Entweder mehr zu
essen oder kürzere Schichtzeit.
Daß die achtstündige Schichtzeit nur günstige Wirkungen
zeitigt, beweisen die Erfahrungen bei der Gewerkschaft Morgenstern.
Bei dieser Gewerkschaft ist während der ganzen Kriegszeit
nur achteinhalbstündig, einschließlich Ein- und Ansfahrt, gearbeitet
worden, und die Belegschaft dieses Werkes ist mit ihren