Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

-  334

derung  und  Wagenmangel,  am  7.  März  Strotz-  und  Holzpfeilerarbeiten, ­
  woran  allein  5  Mann  beschäftigt  wurden;  am  9.  März
m  der  Frühschicht  Strotzarbeit  und  Verlegung  eines  Mannes  zu
Tage;  am  11.  März  Strotzarbeiten  und  Forderungsausfall  durch
Zerreißen  eines  Seiles.  Am  16.  März  gab  es  wieder  Stoßarbeiten ­
  und  Bergeversetzen,  am  18.,  25.  und  29.  März  desgleichen.
Die  Arbeit  war  am  Bergeversätz  weit  zurück,  so  daß  stets  ein
Mann  dort  beschäftigt  war;  die  Schuld  daran  lag  an  dem  Steiger, ­
  der  die  Laxheit  im  Bergeversätz  hatte  einreihen  lassen.  Die
angeführten  Arbeiten,  die  zur  Vorrichtung  und  Sicherheit  dienen,,
werden  im  Gegensatz  zu  vielen  anderen  Bergrevieren  im  Saarbecken ­
  zumeist  nicht  bezahlt.  Wenn  solche  Arbeiten  aber  sich  anhäufen,
  wie  das  an  der  Arbeitsstelle  der  Kameradschaft  Müller-Held
  und  Genossen  war,  und  dann  solche  Löhne  verdient  werden,,
wie  angegeben,  so  versteht  man,  daß  sich  eine  Kameradschaft  beschwert. ­
  Das  hat  auch  die  genannte  getan,  in  ruhiger,  höflicher
Weise,  aber  das  Entgegenkommen  der  Bergverwaltung  bestanddarin,
  daß  sie
die  militärischen  Reklamationen  für  die  Beschwerdeführer
zurückzog  und  diese  in  kürzester  Zeit  zum  Militärdienst  beordern
ließ.  Diese  Art  und  Weise,  Beschwerdeführer  zu  behandeln,  die
mit  den  verdienten  Jammerlöhnen  nicht  einverstanden  sind,
scheint  jetzt  im  Saarrevier  Mode  zu  werden.
Auf  Jtzenblitz  ging  es  wie  auf  Reden  zu.  Ebenso  wurde  der
Bergarbeiter  Johann  Lehnen  aus  Spießen  auf  Grube  Heinitz.
behandelt,  nur  weil  er  besseres  Gedinge  wünschte.  Mit  ihm  sind
eingezogen  wegen  einer  Lohneingabe  der  Maschinist  Emil  Meyer
auf  Grube  Viktoria  bei  Püttlingen,  wegen  Organisationszugehörigkeit ­
  der  42  Jahre  alte  Bergmann  Johann  Risch  aus  Fischbach.^
  Der  Bergarbeiter  Konrad  Andres  aus  Heiligenwald  wurde
auf  schnellstem  Wege  eingezogen,  weil  er  eine  ihm  seitens  eines
Beamten  zugefügte  ungerechte  Ehrenverletzung  sich  verbat.  Die
Saarbergleute  klagen  nicht  nur  über  Hunger  und  kargen  Lohn.
sie  klagen,  daß  ihnen  heute  auf  den  Saargruben  überhaupt  eine
Behandlung  zuteil  wird,  wie  sie  das  seit  Jahren  nicht  mehr  verspürt ­
  haben.
Vor  Elend  zusammenbrechende  Menschen  werden  mit  Lohnreduktionen
  traktiert.
Im  Revier  stellt  sich  heraus,  daß  bei  mangelhafter  Ernährung ­
  und  infolge  der  Ueberanstrengung  besonders  die  jungen
Leute  bis  zum  20.  Jahre  von  Krankheiten  befallen  werden,  die
man  früher  nicht  gekannt  hat  und  die  die  Aerzte  als  Folge  der
Unterernährung  hinstellen.  Statt  mit  richtigen  Mitteln  den
jungen  Leuten  entgegenzukommen  und  dafür  Sorge  zu  tragen,
daß  sie  für  ihr  ganzes  Leben  nicht  zu  frühzeitig  unglücklich  gemacht ­
  werden,  ist  man  auf  der  Grube  Friedrichsthal  hergekommen ­
  und  hat  solchen  erkrankten  jungen  Leuten  befohlen,  Reverse
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.