Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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genug  geworden  wäre,  wenn  der  Zusammenbruch  der  strebe
während  der  Arbeit  erfolgt  wäre.  Dann  hätte  es  Leichen  und
Verwundete  abgesetzt.  So  wurden  die  Gedinge  ausprobiert,  es
sind  ja  genug  Beamte  da,  und  der  Bergfiskus  hat  Geld,  wenn
sich,  wie  oben  auf  der  Grube  Sulzbach  und  auf  anderen  Werken,
solche  Folgen  von  Gedingeprüfungen  ergeben.  Das  ist  kein
Einzelfall  auf  Grube  Sulzbach,  wer  die  Saarverhältnisse  kennt,
weiß,  wie  Sicherungen  für  Leben  und  Gesundheit  der  Arbeiter
zum  Lohne  stehen.  Wir  geben  zu,  daß  nach  beinahe  vier  Jahren
Krieg
die  Gesamtleistung  auch  der  Saarbcrglcute  sich  vermindert
hat.  Tie  Unterernährung  und  die  vielfach  gefälschten  oder  minderwertigen ­
  Nahrungsmittel  tragen  nicht  dazu  bei,  die  physischen
Kräfte  der  Arbeiter  hoch  zu  halten.  Dazu  kommt,  daß  ein  Teil
der  besten,  jüngsten  Kräfte  im  Felde  steht  und  durch  Gefangene
sowie  invalide  und  bergfremde  Arbeiter  oder  durch  Frauen
und  jugendliche  Arbeiter  ersetzt  werden  muß.  Hinzu  kommt  dann
als  Ursache  der  Minderleistung  der  Mangel  an  Rohmaterial,  von
gediegenen  Werkzeugen  usw.,  und  schließlich,  wie  das  im  Saargebiet
  häufig  genug  zu  beobachten  ist,  unzulängliche  Verlegungen
und  Zusammenlegungen  der  Kameradschaften,  wie  auch,  wie  der
Fall  von  Grube  Sulzbach  zeigt,  falsche  Anordnungen.  Minderleistung ­
  aus  Mutwillen  oder  Trägheit  herbeizuführen,  würde
dem  Arbeiter  heute  schlecht  und  bitter  zu  stehen  kommen.  Er
weiß  ja  kaum,  wie  er  mit  den  besseren  Löhnen  auskommen  soll,
wie  aber  mit  niedrigen  Löhnen  haushalten?  Die  teure  Kriegszeit ­
  zwingt  die  Menschen,  zu  arbeiten,  was  in  ihren  Kräften
steht,  schon  um  der  Möglichkeit  halber,  ihre  Existenz  aufrecht  zu
erhalten.  Wie  es  in  Wirklichkeit  aussieht  mit  der  Vorenthaltung
der  Arbeitskraft  auf  den  Saargruben,  das  kann  nur  mit  den
Worten  ausgedrückt  werden,  daß  die  Bergleute  nie  schwerer  arbeiten ­
  mußten,  wie  in  den  Kriegsjahren.  Nie  haben  sie  ihre
Gesundheit  und  ihre  Kräfte  mehr  anspannen  müssen,  wie  in
dieser  Zeit.  Das  ist  eine  Wahrheit,  die  gegenüber  den  Lamentationen ­
  über  Minderleistung  der  Bergarbeiter  ausgesprochen
werden  muß.
Wir  erinnern  da  an
die  Ueberstunden  und  Ueberschichteu,
die  auf  den  Saargruben  haufenweise  verfahren  werden.  Für
den  Bergmann,  der  Ackerwirtfchaft  besitzt,  Selbstversorger  ist
und  über  gute  Nahrungsmittel  verfügt,  für  den  mögen  die^
Schwierigkeiten  im  Verfahren  von  überanstrengenden  Ueber-"
schichten  nicht  so  groß  fein,  als  für  jene  tausende  Bergleute,  die
sich  mit  einem  Nahrungsmittelaufwand  begnügen  müssen,  wie
ihn  selbst  der  ärmste  Mensch  in  Friedenszeiten  nicht  kannte.  Die
einfachen  Schichtzeiten  sind  für  diese  tausende  Bergleute  übergenug, ­
  sie  absorbieren  völlig  die  Kräfte,  die  ein  Arbeiter  übrig
            
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