Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Eine Mahnung zur Wahrung des Burgfriedens stellt nach 
stehendes Rundschreiben dar: 
Münster, den 8. August 181». 
In den Monaten August-Oktober finden die Wahlen der Sicher 
heitsmänner auf den Zechen statt. Im Interesse des Burgfriedens 
wäre es dringend erwünscht, wenn bei den Vorbereitungen zur Wahl 
jede Wühlarbeit unterbliebe, da hierbei leicht die Stimmung der den 
verschiedenen Richtungen angehörenden Kreise sich verschärft und Er 
bitterung gegeneinander hervorruft, was in der jetzigen Zeit notwen 
digerweise vermieden werden mutz. 
Es wäre daher, wie es im vorigen Jahre bei den Stadtverord 
netenwahlen mit Erfolg geschehen ist, dringend erwünscht, eine Eim- 
gung der verschiedenen Parteigruppen dahin herbeizuführen, datz die 
bisherigen Vertreter, oder wo diese ausgeschieden sein sollten, Vertreter 
gleicher Richtung als Kandidaten aufgestellt würden. 
Ich ersuche um Stellungnahme zu diesem Vorschlage binnen einer 
Woche. 
Der kommandierende General: gez. von G a y l. 
An den Verein für die bergbaulichen Interessen in Essen, Friedrichstr. 
den Vorstand Gewerkverein christl. Bergarbeiter Deutsch!., Essen, 
den Verband der Bergarbeiter Deutschlands, Bochum, 
den Polnischen Berufsverein der Bergarbeiter, Bochum, 
den Gewerkverein, der Bergarbeiter (H.-D.), Oberhausen. 
* * * 
Die Verbände mußten wohl oder übel nach den: Verlangen 
des Generalkommandos handeln und teilten ihm dies in nach 
stehendem Schreiben mit: 
Essen, den 14. August 1918. 
An das stellvertretende Generalkommando des 7. Armeekorps, 
Münster i. W. 
Auf das Schreiben vom 8. August teilen wir Ihnen mit, daß wir 
jeden Streit bei den Sicherheitsmännerwahlen vermeiden wollen. 
Ganz im Sinne des Königlichen Generalkommandos haben wir des 
halb mit den drei anderen gewerkschaftlichen Bergarbeiterorganisati 
onen ein gemeinsames Vorgehen, das jeden Streit zwischen uns aus- 
schlietzt, vereinbart. Auch soll jede unnötige Wahlagitation vermieden 
werden. Selbstverständlich müssen wir aber gemeinsam unsere Pflich 
ten als Arbeiter erfüllen und alle Sicherheitsmänner, die nicht im 
Sinne des Gesetzgebers gearbeitet haben, durch andere ersetzen. 
Mit Hochachtung! (Unterschriften.) 
-i- * H 
Befriedigt war das Generalkommando von dieser Zusage 
noch nicht, denn es sandte noch folgende Mahnung an die vier 
Bergarbeiterverbände:
	        
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