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54 IV. Das gemeinschaftliche Interesse von Arbeit und Kapital. 
Sie instand setzen, eine Vorstellung über die Richtung der Vor 
gänge in der Handelswelt zu gewinnen. Sie werden durch Zeitung 
lesen erfahren, daß von den 13 mit der Fabrikation von Eisen 
schienen beschäftigten amerikanischen Werken nur drei mit voller 
Kraft arbeiten. Nicht mehr als eine Fabrik im ganzen Westen 
macht Nägel (Nord Chicago), und ich fürchte sehr, daß auch 
diese eine Fabrik zu dauernder Arbeit nicht mehr lange imstande 
sein wird. — 
Am befrübendsten in allen Streitigkeiten zwischen Kapital und 
Arbeit ist der Umstand, daß nur außerordentlich selten der Kapi 
talist die Arbeitspreise niederdrückt, sondern, daß es die Arbeit 
selbst ist, welche die Arbeit niederdrückt. Blicken Sie um sich: 
In einigen Betrieben arbeiten die Arbeiter um 10, 20, selbst um 
30 Prozent billiger und in Johnstown und Harnsbury sogar für 
weniger als die Hälfte des hier in diesem Bezirk gezahlten Lohnes. 
Angesichts dieser Tatsachen können Sie das Kapital nicht anklagen, 
sondern müssen die Arbeitgeber, die selbst diesen Rückschlag 
bedauern und jahrelang für höhere Preise kämpfen, nur als die 
besten Freunde des Arbeiters ansehen, um so mehr, wenn Sie sich 
ehrlich und offen eingestehen, daß Ihre Arbeitgeber, nur um ihre 
Werke zu retten und ihren Leuten dauernde Beschäftigung zu 
geben, dazu gezwungen sind, diese aufzufordern, für denselben 
Lohn wie die im Wettbewerbe stehenden Arbeiter zu arbeiten. 
Derjenige Arbeitgeber, der zuerst die Arbeit einschränkt, ist der 
Arbeiter Feind, dagegen der Arbeitgeber, der die Arbeit zuletzt 
beschränkt, der Arbeiter bester Freund. Der Todfeind der Arbeiter 
ist also nicht der Kapitalist, sondern der Arbeiter selbst. Der größte 
Charakter im öffentlichen Leben Englands und der festeste Freund 
der Vereinigten Staaten in der Stunde der Not, John Bright, der 
Radikale, antwortete auf die einst an ihn gestellte Frage, was seine 
wertvollste Eigenschaft sei: „Der Geschmack am Lesen.“ Ich kann 
offen und aus eigener Erfahrung sagen, daß ich mit diesem großen 
Mann übereinstimme. Möglichst bestrebt, Ihnen den in meiner 
Macht stehenden besten Rat zu geben, rate ich Ihnen, pflegen Sie 
den Geschmack am Lesen. Als halbwüchsiger Knabe hatte ich 
Zutritt zu der Bücherei eines Oberst Anderson, dessen Andenken 
mir immer verehrungswürdig bleiben wird. Er besaß einige hundert
	        
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